Geplantes Neubaugebiet in Ostfildern Für 1000 Menschen soll neuer Wohnraum entstehen

Bis die Bagger auf dem Gebiet von „Nellingen-West“ vorfahren, gehen noch einige Jahre ins Land (Symbolfoto). Foto: dpa
Bis die Bagger auf dem Gebiet von „Nellingen-West“ vorfahren, gehen noch einige Jahre ins Land (Symbolfoto). Foto: dpa

Am Westrand des Ostfilderners Stadtteils Nellingen entsteht ein Neubaugebiet. Eine Jury hat drei Planungsentwürfe im Zuge eines Wettbewerbs ausgewählt. Die Preisträger müssen ihre Arbeiten aber nocheinmal überarbeiten.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Ostfildern - Die Stadt Ostfildern hat am Westrand des Stadtteils Nellingen Großes vor. Dort soll die nach dem Scharnhauser Park zweitgrößte Wohnsiedlung der Stadt entstehen. Das geplante Neubauareal Nellingen-West soll rund 1000 Menschen kostengünstigen Wohnraum in Mehr- und Einfamilien-, sowie in Reihenhäusern bieten. Es solle dort eine Atmosphäre entstehen, die ein „nachbarschaftlich orientiertes Wohnen für unterschiedliche Bevölkerungs- und Einkommensgruppen“ ermöglicht, so die Vorstellungen der Stadtverwaltung.

Bei einem von der Stadt ausgeschriebenen Ideenwettbewerb haben sieben Bewerber versucht, diese und einige weitere Vorgaben zu erfüllen. Alle Architekturbüros sollten zudem ein Pflegeheim, eine Kindertagesstätte und eine Fläche einplanen, auf der gegebenenfalls ein Supermarkt Platz finden könnte. Drei Arbeiten wurden am Freitag von einer Jury ausgezeichnet.

Es gibt zwei zweite Plätze und einen Dritten

Die Architekturbüros, die sie eingereicht haben, wurden aufgefordert, ihre Entwürfe noch einmal zu überarbeiten, „um sie bezüglich unserer Vorgaben zu schärfen“, erklärte der Ostfilderner Stadtplaner Karl-Josef Jansen am Dienstag in einem Pressegespräch. Das Preisgericht kürte keinen Sieger, sondern setzte zwei Arbeiten jeweils auf den zweiten Platz, eine weitere kam auf Rang drei. Die Jury war der Ansicht, es bestehe bei allen prämierten Entwürfen ein Optimierungsbedarf.

„Die Einreichungen haben eine hohe Qualität“, betont die Baubürgermeisterin Monika Bader dennoch. Die Jury – besetzt mit Bader, Jansen, Vertretern der Gemeinderatsfraktionen sowie renommierten Städte-, Landschafts- und Verkehrsplanern – habe es sich mit ihrer Bewertung „nicht leicht gemacht“. Doch gebe es auch bei den drei Platzierten Elemente, die verbesserungswürdig seien. Beispielsweise empfindet Jansen beim Entwurf des zweitplatzierten Würzburger Büros Holl Wieden Partnerschaft die Verkehrsführung innerhalb des Gebiets als „hakelig“. Gleichwohl seien die kleinen Aufenthaltsplätze sehr gefällig und die Planung passe zur Bestandsbebauung von Nellingen.

Bei der Arbeit der H2R Architekten und Stadtplaner aus München – ebenfalls Zweiter – sei die Durchmischung „nicht ganz so, wie wir sie haben wollen“, sagt Monika Bader. Zudem seien die geplanten Gebäude mit zum Teil sieben bis acht Geschossen zu hoch und zu massig. Dafür seien ein schöner nach Süden ausgerichteter Platz integriert und der Ortsrand „gut ausgebildet“ worden. Die Pläne der auf Platz drei gelandeten g2o Architekten aus Stuttgart wiesen eine „klar strukturierte“ Verkehrserschließung auf.

Ein Mangel sei, dass der parkähnliche Platz von einer Straße durchschnitten werde und eine zu geringe Zahl von Wohneinheiten angesetzt worden sei. Allen Arbeiten sei gemein, dass die öffentlichen Parkplätze am Rand der Wohnsiedlung Nellingen-West entstehen sollen, um eine möglichst geringe Verkehrsbelastung zu erreichen. Für die Fahrzeuge der Bewohner sollen Tiefgaragen entstehen.

Bis zur Sommerpause soll eine Entscheidung fallen

Wer letztlich den Zuschlag für die Planung des knapp zwölf Hektar großen Wohngebiets erhält, soll sich noch vor der Sommerpause entscheiden, sagt Karl-Josef Jansen. Zuvor würden die überarbeiteten Entwürfe erneut bewertet.

Alle Büros hätten Landschafts-, Städte- und Verkehrsplaner in ihre Überlegungen zu der künftigen Bebauung miteinbezogen. Aus gutem Grund, denn die Kreuzbrunnenstraße, die das Gebiet in zwei Teile zerschneiden würde, muss verlegt werden und soll künftig parallel zur Stadtbahntrasse verlaufen. Außerdem müssen landwirtschaftliche Flächen für das Gebiet geopfert werden. Entsprechend muss die Stadt dafür Grundstücke kaufen. Laut Monika Bader beginnen demnächst die Gespräche mit den Eigentümern. Geht es um die zeitliche Planung, gibt sich Karl-Josef Jansen vorsichtig. Bei einem optimalem Verlauf könne möglicherweise in fünf Jahren mit der Erschließung begonnen werden. Die Bebauung des Areals soll in mehreren Abschnitten umgesetzt werden.

Der Gemeinderat hatte im vergangenen Mai die Ausschreibung dieses Ideenwettbewerbs beschlossen. Das Ansinnen einiger Stadträte, in dem Gebiet einen großen Lebensmittelmarkt anzusiedeln war indes auf Kritik gestoßen. Ein großer Discounter bedrohe die Existenz der Einzelhändler im Stadtteil Nellingen, so die Befürchtung.

Ausstellung
Die ausgezeichneten Beiträge sind von Mittwoch, 24. Januar, bis Mittwoch, 7. Februar, im Foyer des Technischen Rathauses, Otto-Vatter-Straße 12, im Stadtteil Ruit zu sehen.




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