Zum Ehepaar wurden Gerda und Roland Graner am 26. Februar 1960 einigermaßen überstürzt. Galt es doch die frei gewordene Wohnung der Großeltern zu ergattern – und gemeinsam einziehen durften damals nur Verheiratete. Das Herz seiner Braut hatte Roland Graner freilich schon zwei Jahre vorher im Sturm erobert.
21 rote Rosen zum Geburtstag
Ein prächtiger Geburtstagsstrauß von 21 roten Rosen gesendet mit Fleurop – eine deutlichere Liebeserklärung hätte Roland Graner seiner Gerda gar nicht schicken können. Schließlich weilte die Adressatin 1958 nach dem ersten Kennenlernen am Valentinstag im damaligen Stuttgarter „Parkrestaurant Killesberg“ zur Vertiefung ihrer Französisch-Kenntnisse für einige Monate in Cannes an der Côte d’Azur.
Die Botschaft kam an. Im September 1959 verlobten sich die beiden und der Liebe wegen verzichtete Gerda Graner sogar auf ihren Wunschtraum, an einem ausländischen Goethe-Institut tätig zu werden. Geheiratet wurde sogar so blitzschnell, dass der schon vorher gebuchte Skiurlaub in den Dolomiten völlig unerwartet zur Hochzeitsreise wurde.
„12 Uhr Heirat, 18 Uhr Abfahrt mit dem Bus“, erzählen sie und schmunzeln. Es wurde mit 14 Stunden und vielen launigen Anmerkungen der Mitreisenden vermutlich eine der längsten Hochzeitsnächte aller Zeiten.
Sportlich sehr aktiv
Geboren wurden beide Jubilare im Jahr 1937, Gerda Graner in Mannheim, ihr Ehemann in der schwäbischen Landeshauptstadt Stuttgart. Sohn Harry kam 1961 zur Welt und mit Tochter Sabine war die Familie 1963 komplett. Die bisherige Wohnung in Kornwestheim wurde zu klein und mit dem Kauf einer Eigentumswohnung im Siebeneck und später eines Häuschens am Waldfriedhof wurden die Graners zu Böblingern.
1967 trat die Familie in die SV Böblingen ein und pflegte gemeinsam ihre Lieblingssportarten Tennis und bis vor Corona ihre allergrößte Leidenschaft, das Skifahren. 1990 kam Golf beim Golfclub Schönbuch hinzu und Roland Graner übernimmt bis heute auch ehrenamtliche Aufgaben im Verein.
Beruflich bekleidete Roland Graner in über vier Jahrzehnten ganz unterschiedliche Funktionen im technischen und kaufmännischen Bereich von der Druck- bis zur Autobranche und brachte es überall zu leitenden Positionen. Die dritte Konstante in seinem Leben war und ist das Klavierspiel.
Bereits als Sechsjähriger unternahm er erste Versuche, und schon 1947 gab es sogar ein eigenes Instrument. Ab 1954 spielte Roland Graner in verschiedenen Bands, bevor er wegen Beruf und Familie kürzer treten musste. In den 1980er-Jahren aber lebte das ambitionierte Hobby wieder auf und heute spielt er nicht nur in diversen Pflegeheimen, sondern auch bei den „Kultourmachern“ im Alten Amtsgericht.
Am Wochenende wird gefeiert
Wenn doch mal Freizeit blieb, waren die Graners erst mit dem Zelt und dann mit dem Wohnmobil in ganz Europa unterwegs. Im Winter ging’s stets zum Skifahren von den Dolomiten über Arlberg bis nach Tignes Val-d’Isère in Frankreich. Dazu kamen seit 1990 zahlreiche Golfurlaube vom Bayrischen Wald bis Allgäu und Bodensee.
Eiserne Hochzeit gefeiert wird am Wochenende in der heimischen Gastronomie im engen Familienkreis. Mit den Kindern, den drei Enkeln im Alter zwischen 22 bis 36 Jahren und natürlich Urenkel Rory, auf den sich die Jubilare schon ganz besonders freuen.