Die Stadt Gerlingen will die Auslastung des kommunalen Blockheizkraftwerks erhöhen und baut deshalb ihr Netz aus.

Gerlingen - Die Stadt Gerlingen baut ihr Fernwärmenetz aus. Demnach sollen künftig auch die Volkshochschule und die Stadtbücherei an das kommunale Versorgungsnetz angeschlossen werden. Ziel ist eine bessere Auslastung des stadteigenen Blockheizkraftwerks im Gerlinger Schulzentrum.

Bislang lag die Auslastung des Blockheizkraftwerks bei gerade einmal 33 Prozent. Künftig soll mit dem nun in die Wege geleiteten Ausbau des Fernwärmenetzes dieser Wert auf 50 bis 65 Prozent gesteigert werden, wie die Stadtverwaltung vergangene Woche im Rahmen der Gemeinderatssitzung mitgeteilt hat. Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) lobte das Projekt unter „den Aspekten Klimaschutz und Finanzen“. Anlass für den Ausbau ist der notwendig werdende Tausch der Heizungsanlagen in der Volkshochschule und der Stadtbücherei.

Anlage wird mit Biogas betrieben

Wie Bauamtsleiter Thomas Günther betont, könne die neue Leitung unterhalb des Schwimmbads abgezweigt werden. Bislang werden durch das kommunale Fernwärmenetz neben dem Gymnasium unter anderem die Pestalozzischule, die Realschule, die Brückentorhalle, die Jahnhalle, das Schwimmbad sowie das Rathaus mit Wärme aus dem zentralen Heizkraftwerk versorgt. Betrieben wird die Anlage mit Biogas.

Freilich müssen einige Straßenzüge für die Maßnahme aufwendig aufgegraben werden. Laut Günther werde die Leitung durch die Urban- und Querstraße Richtung Volkshochschule geführt. Im Zuge des Ausbaus soll, so die Verwaltung, zugleich das kommunale Breitband- und Stromnetz mit erweitert werden.

Auch das Stadtmuseum soll ans Netz angeschlossen werden

Außerdem könnten perspektivisch weitere Gebäude ans Gerlinger Fernwärmenetz angeschlossen werden. Wie Stadtrat Martin Maisch von den Freien Wählern betonte, sei es sinnvoll, bei der technischen Ausführung, „bereits jetzt daran zu denken, dass auch das Stadtmuseum künftig angeschlossen werden könnte“.

Die Bauarbeiten zur Erweiterung des Fernwärmenetzes, die ab Sommer 2023 starten sollen, schlagen mit kalkulierten 300 000 Euro zu Buche. Die Maßnahme werde jedoch unter der Maßgabe der Treibhausgaseinsparung mit 50 Prozent vom Bund gefördert.