Der Dreh am Wasserhahn wird in Gerlingen rückwirkend zum 1. Januar teurer – weil die Haushalte weniger verbrauchen. Das mutet paradox an, lässt sich aber erklären.

In Gerlingen wird das Wasser rückwirkend zum 1. Januar um 5,8 Prozent teurer. Bisher kostete der Kubikmeter Frischwasser in der Stadt 2,58 Euro, künftig schlägt dieselbe Menge mit 2,73 Euro zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer für den Verbraucher zu Buche.

 

Diese Preiserhöhung hat der Gemeinderat jetzt entschieden. Die Stadtverwaltung gibt als Grund für die neuerliche Kostensteigerung einen Rückgang beim Wasserverbrauch an. „Die Fixkosten“, so erklärt es die Stadt, „teilen sich daher auf eine geringere verkaufte Menge auf.“ Im Umkehrschluss heißt das: Damit auch bei geringerem Verbrauch die Fixkosten weiterhin gedeckt sind, muss jeder Kubikmeter Wasser teurer werden.

Auch bei langen Leitungen kann es teurer werden

Die verkaufte Wassermenge sei in Gerlingen im vergangenen Jahr um 50 000 Kubikmeter gesunken. Für 2026 rechnet die Stadt noch einmal mit demselben Rückgang, sodass ein Gesamtverbrauch bei Trinkwasser von nur noch rund 950 000 Kubikmetern erwartet wird.

Was sich in diesem Jahr noch ändert: Die Unterhaltung der Wasseranschlüsse wird teurer und soll künftig erstmals zum Teil „durch die Betroffenen“ übernommen werden. „Da die Hausanschlüsse unterschiedlich lang sind und sich aufgrund teils großer Grundstücke auch über lange Strecken ziehen, können die Kosten bei Wasserschäden zu hohen Summen auflaufen“, begründet das die Stadt.

Ab sechs Metern Wasserleitung zum Haus sind die Eigentümer gefordert

Aktuell würden diese Kosten von der Gesamtheit der Gebührenzahler getragen. Um hier Ungerechtigkeiten zu vermeiden, sollen künftig die Unterhaltskosten der Hausanschlüsse nur noch bis zu einer Leitungslänge von sechs Metern vom Wasserwerk und damit von der Allgemeinheit bezahlt werden. „Darüber hinaus sind die Kosten vom Eigentümer zu tragen“, so die Stadt.