Das Wichtigste in Kürze: Die Betreuung der Kindergartenkinder in Aidlingen ist weiterhin gewährleistet. Allerdings wird die Gemeinde die Anzahl ihrer Kindergartenplätze in Zukunft ausbauen müssen, um dem voraussichtlich steigenden Bedarf gerecht zu werden. Das verdeutlichte Kindergartengesamtleiterin Julia Barbov, als sie zuletzt dem Gemeinderat die Kindergartenbedarfsplanung für das laufende und das kommende Jahr vorstellte.
Ihr Vortrag zeigte, dass es zum Teil schon jetzt eng wird. In Aidlingen sind laut Barbov derzeit keine Plätze mehr verfügbar. Wer neu in die Gemeinde zuzieht oder sich erst jetzt anmeldet, kann sein Kind zumindest im Hauptort nicht mehr unterbringen. Dafür sind im Teilort Deufringen noch elf Plätze für Kinder ab drei Jahren frei. „Deufringen ist unser Puffer-Kindergarten“, erklärt Julia Barbov. Ein weiterer Platz steht in Dachtel zur Verfügung. „Allerdings ändert sich bei uns ständig was“, machte die Erziehern klar, wie schwierig die Planung alleine schon über wenige Wochen ist – von Jahreszeiträumen ganz zu schweigen.
Zuzug durch Geflüchtete oder Wohnbebauung macht Prognosen schwierig
Bei Anfragen aus dem Gemeinderat nach konkreten oder verbindlichen Zahlen, zog sie daher den Vergleich mit dem „Blick in die Glaskugel“. Schließlich sei schwer vorherzusehen, ob der Zuzug durch Geflüchtete oder Wohnbebauung nicht doch schon sehr bald zu einer kompletten Auslastung führen könnte. Klar sei dagegen, dass in der Gemeinde auf absehbare Zeit wohl genug Krippenplätze vorhanden seien – was insbesondere auf den geplanten Ausbau in Dachtel zurückzuführen sei.
Dass im Hauptort Aidlingen die Kapazitätsgrenze erreicht ist, sieht man im Gemeinderat als noch nicht dramatisch. Dort stimmte man Barbovs Aussage zu, dass die Wege „nicht unmachbar“ seien, wenn beispielsweise eine Familie ihr Kind von Aidligen nach Deufringen fahren müsse – beide Ortskerne liegen nur rund zwei Kilometer voneinander entfernt.
In derselben Sitzung beriet der Gemeinderat über ein weiteres Kindergartenthema. Um auf einen steigenden Bedarf reagieren zu können, hatte die Gemeinde ihre Fühler in Richtung privater Träger im Ort ausgestreckt und dabei eine mögliche Kooperation mit dem evangelischen Naturkindergarten „Pusteblume“ am Diakonissenmutterhaus vorgeschlagen. Für einen Erweiterungsbau für 22 Kinder müsste die Gemeinde rund eine halbe Million Euro investieren – zuzüglich Betriebskostenübernahme von jährlich rund 190 000 Euro.
Mit Verweis auf die eben erst beratene Bedarfsplanung und die deutlich höheren Kosten, die bei dieser Lösung pro Kind auf die Gemeinde zukämen, sprachen sich unter anderem Siegmund Zweigart von der Grünen-Fraktion und CDU-Rat Thomas Rott gegen diesen Vorschlag aus. Zweigart rechnete vor, dass die Betreuung mit diesem Träger die Gemeinde pro Kind rund 40 bis 50 Prozent mehr kosten würde als in einer kommunalen Einrichtung. Ähnlich sahen das offenbar auch die meisten anderen Ratsmitglieder: In der späteren Abstimmung wurde der Vorschlag mehrheitlich abgelehnt.