Herr Schweikardt, in der vergangenen Saison landete Ihr Team auf Platz elf und war bester Handball-Bundesligist aus Süddeutschland. Wie lautet das neue Ziel?
Es geht erst einmal darum, den Klassenverbleib zu sichern.
Gibt es einen Grund für diese Bescheidenheit?
Sogar zwei.
Welche?
Der Trend der letzten Jahre, dass es in der Bundesliga immer enger zugeht, wird sich fortsetzen. Ich gehe davon aus, dass auf den Plätzen acht bis 18 jeder jeden schlagen kann. Es könnte folglich sehr lange dauern, bis die Absteiger feststehen.
Und der zweite Grund?
Wir haben ein komplett verändertes Team mit vielen Neuzugängen und vielen jungen Spielern, die die Bundesliga nicht kennen. Und dazu noch drei Langzeitverletzte, die zwar nach und nach zurückkehren, aber die Vorbereitung nicht mitgemacht haben. Wir stehen vor einem sehr harten Herbst mit vielen Unwägbarkeiten.
Zugleich bietet ein neues Team immer auch die Chance für Entwicklungen.
Das stimmt. Wenn es uns irgendwann gelingt, uns von den hinteren Plätzen abzusetzen, dann werden wir uns an Rang zehn orientieren – das ist auch noch drei Spieltage vor dem Ende möglich.
Helfen würde, wenn es auswärts diesmal mehr als nur vier Punkte geben würde.
Das ist richtig. Unsere Auswärtsschwäche war großer Bestandteil der Saisonanalyse. Das Hauptproblem war, dass unsere Abwehr auswärts lange nicht so stabil gewesen ist wie in den Heimspielen. Daran arbeiten wir – mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir zu Hause weiterhin so stark bleiben. Unsere Bilanz war mit elf Siegen herausragend.
Im ersten Heimspiel geht es an diesem Sonntag gegen die SG Flensburg/Handewitt – ist das eine richtungsweisende Partie?
Im Falle eines Erfolges auf jeden Fall, doch wir müssen realistisch bleiben. Wir waren am ersten Spieltag bei unserer Niederlage in Leipzig eines der schwächsten Teams der Liga, die SG vielleicht sogar das stärkste. Flensburg/Handewitt ist aus Sicht vieler Experten der große Meisterschaftsfavorit, wir sind auf jeden Fall klarer Außenseiter. Hauptziel ist, uns weiter zu finden und zu festigen.
In der vergangenen Saison . . .
. . . haben wir die SG Flensburg/Handewitt daheim geschlagen, ich weiß. Auch diesmal wird die Halle voll sein – und wir werden wieder alles reinhauen.