InterviewGeschäftsführer spricht über die Energiewende „Wir wollen vorne mit dabei sein“

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Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat das Unternehmen Kiess Innenausbau mit dem Titel „Partner der Energiewende“ ausgezeichnet. Was tut der Fasanenhofer Traditionsbetrieb für den Umweltschutz und warum tut er es?

Die Firma Kiess nutzt den Strom, die ihre Fotovoltaikanlage auf dem Firmendach produziert, zu 85 Prozent selbst. Foto: dpa
Die Firma Kiess nutzt den Strom, die ihre Fotovoltaikanlage auf dem Firmendach produziert, zu 85 Prozent selbst. Foto: dpa

Fasanenhof - Die Stadt Stuttgart will bis 2050 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Stadtwerke die Initiative „Partner der Energiewende“ ins Leben gerufen. Als erstes Unternehmen hat OB Fritz Kuhn der Firma Kiess Innenausbau diesen Titel verliehen. Der Geschäftsführer Wolfgang Rosskopf erklärt, was das bedeutet.

Herr Rosskopf, inwiefern setzt sich die Firma Kiess für die Energiewende in Stuttgart ein?

Angefangen hat es vor vier Jahren damit, dass die Stadtwerke auf unserem Firmendach eine Fotovoltaikanlage installiert haben. Wir nutzen den Strom zu 85 Prozent selbst. Das ist viel. Was wir nicht brauchen, zum Beispiel am Wochenende, speisen wir in das Netz der Stadtwerke ein. Unseren eigenen Reststrombedarf decken wir zu 100 Prozent aus Ökostrom. Zudem haben wir in Kooperation mit den Stadtwerken eine energieeffiziente LED-Beleuchtung installiert, mit der wir 70 Prozent der Energiekosten einsparen.

Und was macht das Unternehmen Kiess jenseits der Unterstützung der Stadtwerke?

Wir haben die Mission „Zero Emission“ gestartet. Schon vor fünf Jahren haben wir in Zusammenarbeit mit der Firma Daimler in einem Pilotprojekt zwei Elektro-Vitos als Lieferfahrzeuge eingesetzt. Mittlerweile haben wir auch noch drei Elektro-Dienstfahrzeuge. Wir sind viel im Stadtgebiet unterwegs und unser Ziel ist es, die Emissionen aus der Stadt draußen zu lassen. Die Reichweiten der Elektrofahrzeuge sind für uns kein Problem. Tagsüber fahren wir Kurzstrecke und nachts können wir die Autos laden. Und wir unterstützen unsere Mitarbeiter beim Kauf von VVS-Tickets und E-Bikes.

Warum engagiert sich die Firma Kiess Innenausbau für den Umweltschutz?

Wir wollen ein modernes Unternehmen sein und innovative Entwicklungen weiter vorantreiben. Das ist unsere Firmenphilosophie. Das Unternehmen Kiess gibt es seit mehr als 80 Jahren. Wir haben immer an die nächste Generation gedacht und tun dies auch weiterhin. Auch bei der Energiewende wollen wir vorne mit dabei sein. Nicht zuletzt bringt das auch finanzielle Vorteile.

Inwiefern helfen die Stadtwerke mit ihrem Projekt „Partner der Energiewende“ Firmen dabei, mehr für den Umweltschutz zu tun?

In der heutigen kurzlebigen Zeit ist es für einen Unternehmer nicht immer einfach, langfristig und nachhaltig zu denken. Investitionen in den Umweltschutz, wie zum Beispiel eine Fotovoltaikanlage, rechnen sich aber erst viele Jahre später. Bei dem Projekt „Partner der Energiewende“ übernehmen die Stadtwerke die Investitionskosten. Die Firmen machen dann eine Art Mietkauf, Contracting genannt. Dies bedeutet, der Umweltschutz rechnet sich bereits im ersten Monat. Nach einigen Jahren gehört ihnen dann zum Beispiel die Fotovoltaikanlage oder LED-Beleuchtung.

Kiess Innenausbau ist die erste Firma, die von den Stadtwerken ausgezeichnet wurde. Was bringt Ihnen dieser Titel?

Es geht um die Vorbildfunktion. Die Stadtwerke wollen weitere Unternehmen für’s Mitmachen gewinnen. Und auch wir wollen andere Firmen animieren, es uns gleich zu tun.

Die Firma Kiess baut im Auftrag von Luxushotels Aufzüge aus. Wie passt das mit den Themen Umweltschutz und Energiewende zusammen?

Auch beim Ausbau von Aufzügen kann man umweltbewusst handeln. Da geht es zum Beispiel um Leichtbauweise. Denn je leichter ein Aufzug ist, desto weniger Energie verbraucht er. Es geht um Schnittoptimierung beim Zuschnitt des Holzes. Das schont Rohstoffe und verringert Müll. Zudem können mit modernen Maschinen mehrere Arbeitsgänge in einem Schritt erledigt werden – wie bohren, sägen, fräsen. Auch das spart Energie ein.

Und was tun Sie persönlich für den Umweltschutz?

Ich versuche, häufiger mit dem Rad zur Arbeit oder mit der Bahn zu Terminen zu fahren. Zudem möchte ich mir auch privat eine Fotovoltaikanlage aufs Dach bauen lassen. Und eines unserer beiden Privatfahrzeuge ist ein Elektroauto.

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