Drei selbst gefärbte Eier in einem gut versteckten Nestchen, hinter dem Busch lag dann noch ein leichter zu findender Schokoladenhase, der in der Frühlingssonne golden schimmerte. Das war Ostern für mich als Kind. Und so will ich auch mit meinem Kleinkind feiern.
Kleinigkeiten sind out
Damit stehe ich in meinem Freund:innen- und Bekanntenkreis ziemlich allein auf weiter Flur. Schon Wochen vorher wird in Whatsapp-Gruppen über die perfekten Ostergeschenke fabuliert. „Wir verschenken bei Besuchen gerne einen Stapelstein. Den kann man auch mit Kleinigkeiten füllen – zum Beispiel mit Lego oder einem Tonie“, erzählt eine Bekannte. Damit beschenkt sie wohlgemerkt nicht mal den eigenen Nachwuchs, sondern Besuchskinder.
Eine Kollegin erzählt vom Geschenkewahnsinn in ihrer Kita. Dort werden zum Nikolaus, an Geburtstagen, zu Weihnachten und natürlich zu Ostern munter Geschenke an andere Kinder verteilt. „So richtige Geschenke – und keine Kleinigkeiten“, berichtet die Kollegin fassungslos. Bei Geburtstagseinladungen sei es noch krasser. Ist es der einzige Flex, den bestimmte Eltern haben, um zu zeigen, dass sie (noch) richtig gutes Geld verdienen? Oder bin ich nur ob dieser unfassbaren Großzügigkeit verwundert? Bin ich geizig?
Zu viele Geschenke können Kinder überfordern
Auf den ersten Blick wirkt es, als würden Eltern ihren Kindern damit etwas Gutes tun – doch das Gegenteil ist der Fall. Studien der University of Toledo und der Universität München belegen, dass Kinder kreativer und aufmerksamer spielen, wenn ihnen weniger Spielzeug zur Verfügung steht. In unserem Fall gibt es ein kleines Paket vom Opa, ein Osternest im Garten und ein Ei, das unser Kind hoffentlich vor der gierigen Nachbarskatze findet!