Geschichte in Bad Cannstatt Römerreliefs vor Abriss gesichert
Die Abgüsse vor dem Cannstatter Kaufhof sind vom Maibaumverein zwischengelagert worden, damit sie bei Abbrucharbeiten nicht beschädigt werden.
Die Abgüsse vor dem Cannstatter Kaufhof sind vom Maibaumverein zwischengelagert worden, damit sie bei Abbrucharbeiten nicht beschädigt werden.
Eberhard Köngeter vom Maibaumverein hat die sieben römischen Steinreliefs im Badgraben rechtzeitig in Sicherheit bringen lassen. Der Grund: „Wir bekamen Anfang des Jahres die Abbruchgenehmigung von der Stadt Stuttgart“, so Köngeter. Und auch vom Rechtsnachfolger, der Firma Signa, kam eine Ankündigung, dass es konkret werde.
Seit ein paar Wochen laufen die Entkernungsarbeiten. Der Maibaumverein hat reagiert. Beim Abbau der Reliefs wurde deutlich, dass die rostigen Stahlsockel nicht mehr zu retten waren. Sie mussten verschrottet werden. Die Reliefs waren im Boden verschraubt. Doch die Schrauben konnten nicht alle gelöst werden. Nun sind die Abgüsse römischer Skulpturen wieder zur Herstellerfirma zurückgekehrt, einem speziellen Restaurierungsunternehmen in der Region. Ziel aber ist, so Köngeter, dass die Abgüsse in ein paar Jahren wieder in der Passage errichtet werden.
Sie werden in der Zwischenzeit restauriert und gelagert. Die Sanierung bedeutet, dass sie sandgestrahlt und in der Oberfläche stabilisiert werden. Die Reliefs sind aus Betonstein gegossen.
Auf der anderen Seite in der Passage, unweit der Stadtmauer, gibt es noch verschiedene Tafeln mit Informationen über die Römer in Bad Cannstatt. Sie werden mit einer Holzverschalung eingefasst und bleiben hängen. Das Plexiglas aber wird geschützt, damit es bei den Abbrucharbeiten nicht zu Schaden kommt. Der Abbau hat 3000 Euro verschlungen, die der Maibaumverein aufbringen wird. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Lagerung. „Wir hoffen, dass wir die Reliefs irgendwann wieder an der gleichen Stelle aufstellen dürfen“, so Köngeter.
Hoffnung gibt ihm auch, dass die Passage neben dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude nicht überbaut werden darf. Das sei im Bebauungsplan festgeschrieben worden, bevor der Kaufhof damals gebaut wurde. Die Passage war früher der Stadtgraben, mit Wasser gefüllt als zusätzliche Verteidigungslinie. Offen ist nun nur noch die Zeitschiene, bis wann wieder etwas auf dem Kaufhof-Areal gebaut wird.
Der Verein Pro Alt-Cannstatt hat die Info-Tafel zu Thaddäus Trolls Geburtshaus, welche sich am Kaufhof-Gebäude befand, bereits abgehängt, wie der Vorsitzende Olaf Schulze erklärt.