Geschichten zur Daimlerstraße Schärfetest für Geschmacksnerven

Von ani 

Manuela Haller ist bekannt für ihre scharfe Currywurst. Die kräftige hat sogar schon einen Inder in die Knie gezwungen. Haller gehört zur Daimlerstraße dazu. Nicht nur, um den schnellen Hunger zwischendurch zu stillen.

Manuela Haller brutzelt Würste – und fühlt sich manchmal wie Mutter Teresa. Foto: Baur
Manuela Haller brutzelt Würste – und fühlt sich manchmal wie Mutter Teresa. Foto: Baur

Stuttgart - End of time darf in diesem Fall wohl frei Schnauze mit Ende der Geschmacksnerven übersetzt werden. Der Name ist Programm: Die schärfste Currywurst, die beim Imbiss am Toom-Baumarkt an der Daimlerstraße 104 zu haben ist, hat selbst einem an scharfes Essen gewöhnten Inder bereits die Schuhe ausgezogen. „Er musste sich nach der Wurst erst einmal eine halbe Stunde lang ins Auto legen, weil sein Kreislauf versagt hat“, erzählt Manuela Haller. Ein Erlebnis, das der wackere Mann sicher nie mehr vergessen wird: „Wer es schafft, die schärfste Wurst aufzuessen, bekommt eine Urkunde“, sagt Manuela Haller.

Brummifahrer, Banker und Daimler-Arbeiter kommen zu ihr

Dieser Test ist aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht für die Mittagspause zu empfehlen. Denn zu dieser Zeit herrscht Hochbetrieb am Hallerschen Imbiss. Dann wollen Brummifahrer, Banker, Daimler-Mitarbeiter, Feuerwehrleute und Handwerker alle dasselbe. „Der Renner ist und bleibt die Curry Spezial mit Schaschliksoße“, sagt Manuela Haller. Sie hat in den vergangenen sechs Jahren ausgiebig experimentiert, die aktuelle Speisekarte spiegelt den Geschmack ihrer Gäste wider: klassisches Fastfood aus qualitativ hochwertigen Grundzutaten und frisch zubereitet – das lockt viele Stammgäste an. „Wir kochen all unsere Soßen selbst und kaufen beim Metzger und Bäcker um die Ecke“, sagt Haller. Zusammen mit einem Mitarbeiter brutzelt sie sechs Tage die Woche an der Daimlerstraße 104. Es ist aber nicht nur das leckere Essen, das die Gäste wieder und wieder den Weg auf den Parkplatz beim Toom finden lässt: „Manchmal fühle ich mich wie Mutter Teresa und Frau Doktor Freud“, sagt Haller und berichtet von Gästen, die nur auf eine Cola und einen Plausch vorbeikommen, wenn sie Sorgen haben. Gerade die familiäre Atmosphäre mache „Unseren Imbiss“ aber auch zu einem Teil ihres Lebens, sagt Manuela Haller. „Der beste Job der Welt ist unterbezahlt, wenn er keinen Spaß macht.“

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