Geschichten zur Haußmannstraße Männerslips in Frauenhand

Carina Ammann ist eigentlich Informatikerin. Sie hat sich umorientiert. Foto: Jürgen Brand
Carina Ammann ist eigentlich Informatikerin. Sie hat sich umorientiert. Foto: Jürgen Brand

Die Adresse Haußmannstraße 101 gibt es eigentlich gar nicht mehr. Der Fabrikverkauf von Ammann ist seit vergangenem November geschlossen. Carina Ammann führt die Geschäfte, zusammen mit ihrem Vater.

Lokales: Jürgen Brand (and)
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S-Ost - Die Adresse Haußmannstraße 101 gibt es eigentlich gar nicht mehr. Der Fabrikverkauf von Ammann ist seit vergangenem November geschlossen. Das Schild hängt zwar noch da, aber die Türen bleiben zu. Trotzdem ist das große markante Gebäude eines der wenigen Überbleibsel der einst so großen und wichtigen Textilindustrie im Stuttgarter Osten. „ISCO-Textilwerk, Gebr. Ammann GmbH & Co KG, Rotenbergstraße 8“ ist die eigentliche Anschrift. Sie ist geschichtsträchtig. Seit 1886 ist hier der Firmensitz, Carina Ammann führt heute die Geschäfte, zusammen mit ihrem Vater.

ISCO stellt Tag- und Nachtwäsche für Herren her, von Slips über Unterhemden bis hin zu Pyjamas. Entworfen werden die Textilien im Stuttgarter Osten, produziert im eigenen Werk in Bulgarien. Von dort wandern Unterhosen und Schlafanzüge wieder in die Lager- und Versandabteilung im Gebäude an der Haußmannstraße und werden von hier aus an Kaufhäuser und Fachgeschäfte verschickt.

Carina Amman hatte einst nicht vor, einmal in die Firma zu gehen. Sie ist Informatikerin, hatte sich also anders orientiert. „Aber im Zuge des Älter- und Klügerwerdens habe ich festgestellt, dass das hier eine total schöne Aufgabe ist“, sagt sie.

Produktion in Bulgarien

Sie ist seit 1996 im Unternehmen und hat seitdem im Team mit den 24 Mitarbeitern im Stuttgarter Osten die Marke modernisiert und auch die Produktion in Bulgarien aufgebaut. Dort könne man Textilien noch vergleichsweise günstig, aber doch sehr nah produzieren. Dadurch habe man auch eine viel bessere Kontrolle als bei der Textilproduktion beispielsweise in asiatischen Fabriken, und zwar sowohl über die Produktionsbedingungen als auch über die ökologisch korrekte Qualität der verwendeten Stoffe.

„Wir sind zufrieden“, sagt sie über den Geschäftsverlauf des Unternehmens, obwohl es stets schwieriger werde, zum Beispiel in Stuttgart Wäsche-Fachhandel zu finden. Aber: „Männer sind unsere Kernkompetenz“, sagt Carina Ammann. „Und Bekleidung wird es immer geben.“




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