Geschichten zur Neckartalstraße Im Schatten

Von kay 

Es ist kein Zufall, dass die Bestellung aus Berlin ins Jahr 1936 datiert. Die Reichshauptstadt orderte bei der Firma Adolf Lauster 14 Travertinsäulen im antikisierenden Stil für ein geplantes Mussolini-Denkmal.

Diese Säulen hatten die Nazis bestellt. Foto: Achim Zweygarth
Diese Säulen hatten die Nazis bestellt. Foto: Achim Zweygarth

Münster - Es ist kein Zufall, dass die Bestellung aus Berlin ins Jahr 1936 datiert. Die Reichshauptstadt orderte bei der Firma Adolf Lauster 14 Travertinsäulen im antikisierenden Stil für ein geplantes Mussolini-Denkmal. Es ist das Jahr der Annäherung zwischen dem „Duce“ und dem „Führer“, beide unterstützen jetzt den Diktator Francisco Franco im spanischen Bürgerkrieg.

Ein bauliches „Dankeschön“ für die destruktive Zusammenarbeit scheint angezeigt. Das neue Berlin, an dem Hitlers Hofarchitekt Albert Speer gerade plant und das später den Namen „Welthauptstadt Germania“ erhält, bietet für solche Andenken hinreichend Platz. Gebaut wird dieser Größenwahnsinn nie, der Zweite Weltkrieg geht vor. So bleiben die bestellten Säulen in Münster zurück, wo sie heute ein Dasein im Schatten des Kraftwerks an der Neckartalstraße fristen. Übrigens hätte Benito Mussolini das Denkmal wohl eh nicht besonders gefallen. Nicht wegen der grotesken Größe, er bevorzugte modernere Architektur.

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