Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart-Sillenbuch Neues Konzept für Umbau stößt auf Gegenliebe

Von Caroline Holowiecki 

Nach zähem Ringen hat die Stadtverwaltung endlich ein Neubau- und Sanierungskonzept für das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stuttgart-Sillenbuch vorgelegt, mit dem augenscheinlich alle leben können. Eine Unbekannte bleibt jedoch...

Bis wirklich gebaut wird am GSG, wird noch einige Zeit vergehen. Foto: Caroline Holowiecki
Bis wirklich gebaut wird am GSG, wird noch einige Zeit vergehen. Foto: Caroline Holowiecki

Sillenbuch - So viel Einigkeit hat man im Sillenbucher Bezirksbeirat selten gesehen. Am Mittwoch hat die Verwaltung das vollkommen überarbeitete Konzept vorgelegt, das zeigt, wie das marode Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) endlich flottgemacht werden soll. Vom Tisch ist die Variante 1, wonach ein Neubau im Gebiet Schwellenäcker entstehen soll, das auch seit Jahrzehnten für die Filderauffahrt im Gespräch ist.

Passé ist ebenso Variante 2, die vorgesehen hatte, das bestehende 70er-Jahre-Gebäude im Bestand zu sanieren. Die neue, die dritte Variante, die der Schulgemeinschaft bereits im März beim Runden Tisch präsentiert worden und gut angekommen war, sieht vor, das GSG teilweise an Ort und Stelle neu zu bauen.

Zwei neue Gebäudeteile sind geplant, der zentrale Teil mit der Aula und einem Mammutbaum soll erhalten bleiben. Für die Stadtverwaltung liegen die Vorteile auf der Hand. Das Thema Filderauffahrt interessiert nicht, es muss kaum neue Fläche versiegelt werden, außerdem sind weitaus weniger Störungen des Schulbetriebs durch Baulärm zu erwarten. Sogar der Schulgarten kann möglicherweise erhalten bleiben, wobei Gregor Gölz vom Hochbauamt in der Sitzung des Bezirksbeirats mahnte: „Es ist zwar keine Pirouette auf dem Bierdeckel, aber es ist schon ziemlich eng. Man sollte das Thema nicht zu hoch betonen.“

„Keine Pirouette auf dem Bierdeckel, aber schon ziemlich eng“

Der Bezirksbeirat zeigte sich grundsätzlich begeistert. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Hendrik Wolff für die CDU, wobei er sich einen Pikser nicht verkneifen konnte. „Man könnte auch kritisch fragen, warum man so lang für die Lösung gebraucht hat.“ Dieter Grötzinger (Grüne) lobte, „dass man die Identität nicht einfach so wegwirft“, sondern auch Teile erhalten will. Knut Krüger (FDP) freute sich zudem, dass es Überlegungen gibt, die Kemnater Straße in Form eines Wendehammers stillzulegen und stattdessen den Schwarzäckerweg auszubauen. Lediglich Ulrich Storz betonte für die SPD: „Das Herz hängt an Variante eins, vom Kopf her wissen wir, dass sie keine Mehrheit finden wird im Gemeinderat.“ Man wolle sich daher dem fügen, was das Schulteam für die beste Lösung halte.

Wie schaut es mit der Akzeptanz in der Nachbarschaft aus?

Der Gemeinderat wird am 19. Juli einen Grundsatzbeschluss in der Sache fassen. Zuvor, am 17. Juli, wird der Ausschuss für Umwelt und Technik beraten. Aber auch danach wird so schnell nichts passieren. Laut Philipp Noll vom Schulverwaltungsamt wird ein Beteiligungsprozess in Sachen pädagogisch-architektonisches Konzept mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, danach soll ein Architektenwettbewerb folgen, für den ein Jahr angesetzt ist. Der Bebauungsplan, erklärte Gregor Gölz, muss auch noch geändert werden.

Und dann gibt es noch eine große Unbekannte, wie der Mitarbeiter des Hochbauamts betonte: die Akzeptanz in der unmittelbaren Nachbarschaft. „Einwendungen können zu langwierigen juristischen Auseinandersetzungen führen.“

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