Gesellschaft für deutsche Sprache Verein ist gegen Gendern bei staatlichen Stellen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist gegen das Gendern bei staatlichen Einrichtungen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist gegen das Gendern bei staatlichen Einrichtungen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

An vielen Unis und staatlichen Einrichtungen wird bereits gegendert. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hält das für falsch. Die Hamburger CDU forderte zuletzt sogar ein Verbot der Gendersprache bei staatlichen Stellen.

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Berlin - Der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache, Peter Schlobinski, hält Gendersternchen und Genderdoppelpunkte im Schriftverkehr von staatlichen Stellen und an Universitäten nicht für gedeckt mit den in Deutschland geltenden Rechtschreibregeln. „Für die offizielle Schreibung in Institutionen, Verwaltungen, Schulen, Universitäten haben wir den Rechtschreibrat“, sagte der Sprachwissenschaftler dem Berliner „Tagesspiegel“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Dies sei „die Norm, an die wir uns zu halten haben“.

„Wenn jetzt jeder davon abweicht - wir haben in Hannover den Stern, in Lübeck den Doppelpunkt -, dann führt das zu einer nicht vereinheitlichten Rechtschreibung“, sagte Schlobinski. Dies sei „einfach nicht mit dem Auftrag, den die Kultusministerkonferenz dem Rechtschreibrat gegeben hat“, gedeckt. Schreibungen etwa mit dem Sternchen führten „zu vielen sinnlosen und linguistisch widersprüchlichen Formen“.

Gesetz sei nötig

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich zuletzt für ein Verbot der Gendersprache bei staatlichen Stellen eingesetzt. Von Beamten, Lehrkräften und Dozenten erwarte er, dass sie im Dienst gültige Regeln und Normen nicht einfach willkürlich veränderten. Deshalb sei für staatliche Stellen ein Gesetz nötig.

Das Drei-Genus-System im Deutschen - also Maskulinum, Femininum, Neutrum - habe sich bereits im Spätindogermanischen etabliert, sagte Schlobinski. „Und das steht sozusagen quer zu der Frage, ob ich intersexuelle, queere und andere Personen mitbezeichne oder nicht.“ Das sei im Genussystem nicht abgebildet.

„Also Genus auf der einen Seite und Sexus und Gender auf der anderen Seite - das ist in verschiedenen Punkten nicht miteinander kompatibel“, sagte Schlobinski. Es gehe hier daher im Kern um gesellschaftliche Auseinandersetzungen - und dahinter stünden Machtkämpfe.

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