Gesellschaft Kritiker warnen vor gefährlichen Nebenwirkungen

Von Eva Wolfangel 

Widerstand Die US-Forscherin Kathleen Richardson hat eine Kampagne gegen Sexroboter ins Leben gerufen und fordert einen Entwicklungsstopp. „Es lässt die Idee zu, menschliche Beziehungen seien optional und alle Bedürfnisse könnten von Maschinen gestillt werden“, sagt sie. Ihre Hauptkritik: Sexroboter degradierten Frauen endgültig zum Objekt, was zu einer weiteren Ungleichheit in der Gesellschaft führen könnte.

Risiken Andere Forscher warnen davor, dass Menschen im Umgang mit solchen Maschinen ein gewalttätiges Verhalten einüben können, das dann auch in die reale Welt übertragen wird – weil es normal geworden ist. Noch gibt es dazu allerdings kaum Forschung und keine Belege für eine derartige Entwicklung. Oliver Bendel sieht darin bislang keine große Gefahr: „Beim klassischen Sexspielzeug, das vor allem für Frauen gemacht ist, werden Männer zu Objekten gemacht, es reduziert sie auf ihr Geschlechtsteil – und da hält sich die Empörung in Grenzen.“

Pädophilie Eine weitere bedenkliche Entwicklung ist die, dass sowohl Sexpuppen als auch die Charaktere in Sexspielen in der virtuellen Realität immer jünger werden. Auch den Sexroboter Roxxxy kann man als Modell „Young Yoko“ bestellen. Manche Forscher hoffen, dass Pädophile auf diese Weise ihren Neigungen nachgehen können, ohne anderen Menschen Schaden zuzufügen. Bendel hält das für problematisch: „Es könnte auch ein permanentes Einüben des falschen Verhaltens werden.“ Auch hier setzt er aber auf die Forschung von Psychologen und Medizinern: „Wenn so etwas hilft innerhalb von kontrollierten Therapien, so dass Betroffene in der Realität nicht mehr übergriffig werden, wäre es vielleicht sinnvoll.“