Noch bis Oktober ist die Landesstraße zwischen Bietigheim und Sachsenheim voll gesperrt. Was dort genau gemacht wird, wer darunter leidet und wie sich die Strecke verändern wird.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Neben der Baustelle auf der B27 durch Bietigheim nervt die Autofahrer derzeit wohl mindestens ebenso sehr die Sperrung der direkten Verbindung zwischen Bietigheim und Sachsenheim. Die Landesstraße 1125 wird seit Juni erneuert und verbreitert. Während der Bauzeit ist die Straße komplett gesperrt.

 

Das führt zu Schleichverkehr durch Untermberg, denn die offizielle Umfahrung über Freudental ist den meisten Ortskundigen zu weiträumig. „Es war zu erwarten, dass es diese Probleme gibt“, sagt Andreas Klein, leitender Baudirektor beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, bei einer Baustellenbegehung am Donnerstag.

Eine Alternative zur Vollsperrung während der Erneuerung der Landesstraße gab es laut Klein aber nicht. Weil die Straße nur 6 bis 6,50 Meter breit ist, sei eine spurweise Sperrung nicht infrage gekommen. Der Arbeitsschutz hätte das nicht zugelassen. So wirbt Klein um Verständnis bei den frustrierten Autofahrern und baut darauf, dass die Sperrung im Oktober enden kann.

Jasmin Ziegler vom Regierungspräsidium Stuttgart erläutert an einer Schautafel den Baufortschritt. Foto: Simon Granville

Die gerade begonnenen Sommerferien dürften zur Entspannung auf den Straßen beitragen. Außerdem hat das Bietigheimer Rathaus den geplagten Untermberger Verbesserungen zugesagt und auch schon geliefert. Gegen Raser werden zusätzliche Blitzer aufgestellt – ist die Strecke mal frei, halten sich nämlich zu wenige an Tempo 30. Und auch die kleinen Poller am Bürgersteig, die ein befahren verhindern sollen, sind schon installiert.

Risse im Asphalt sind der Grund für die Baustelle

Den Verkehrsdruck bekommen aber nicht nur die Untermberger zu spüren. Wie Arved Oestringer, Sprecher der Sachsenheimer Stadtverwaltung, erwähnt, gebe es durch Umleitungen auch in seiner Stadt Beschwerden von Anwohnern etwa aus Kleinsachsenheim über den gestiegenen Verkehr. „Wir leiden also auch darunter“, sagt Oestringer.

Zurück zur Landesstraße, die künftig auf 7,50 Meter Breite mehr Platz bieten soll, damit sich auch LKW und größere Autos gefahrenlos begegnen können. Bei einer Begehung der Baustelle wird deutlich, warum das RP ausgerechnet jetzt die Fahrbahndecke erneuert. Zwar sind keine Schlaglöcher zu sehen, aber feine Risse. Durch die dringe Wasser ein und zerstöre die Straße vollends.

1200 Lastwagen waren täglich auf der Strecke unterwegs

Trotz der täglich mehr als 18 000 Autos und 1200 Lastwagen habe die Straße aber lange gehalten. „Eigentlich rechnet man mit einer Erneuerung nach 15 Jahren, diese hier ist aber schon ein bisschen älter“, sagt Klein ohne genau sagen zu können, wie alt Belag und Straße sind.

Für die mehr als 2,5 Kilometer lange Strecke werden 18.000 Quadratmeter Asphalt benötigt. „Noch sind wir im Zeitplan“, sagt Klein vom RP. Im Zeitplan ist man wohl auch, weil sich eine Vermutung nicht erhärtete, dass an der Strecke im Untergrund ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegt.

Wegen eines Hochspannungsmastes, an dem die Fahrbahn zu nahe vorbeigeführt hätte, hat man den Verlauf der Strecke modifiziert, wie Jasmin Ziegler erklärt. Sie ist beim RP zuständig für die Baustelle. Eine weitere Neuerung wird eine Querungshilfe für Radler bei der Abfahrt nach Metterzimmern sein.

Von Freitag, 15. August, an wird die Baustelle in Richtung Sachsenheim erweitert. Dann wird die direkte Zufahrt zum Gewerbegebiet hinter dem Möbelhaus gesperrt, um den Belag zu erneuern. Das Stück soll am Sonntag, 17. August, allerdings schon fertig sein.

Klarheit gibt es nun auch darüber, wie es nach der Fertigstellung der Gesamtstrecke im Oktober weitergeht. Dann soll ein weiterer Abschnitt der Straße beim Gewerbegebiet Eichwald erneuert werden. Dort wird ebenfalls die Oberfläche saniert, außerdem sollen Bushaltestellen entstehen. Dafür sind aber nur kurzzeitige Sperrungen vorgesehen.