Aufgeregte Bürger in Sindelfingen wenden sich wegen weißen Gespinsten an Sträuchern und Bäumen ans Rathaus. Was es mit dem Naturphänomen auf sich hat.

Besorgte Bürger haben sich in den vergangenen Tagen an das Sindelfinger Rathaus gewandt. Sie hatten im Stadtgebiet netzartig übersponnene Bäume und Sträucher beobachtet. Laut der Stadtverwaltung handelt es sich dabei um ein derzeit verstärkt auftretendes Naturphänomen. Die Rede ist von der Gespinstmotte.

 

Betroffen seien vor allem Traubenkirschen entlang von Gewässern wie Schwippe, Sommerhofenbach oder Goldbach. Die Raupen der Gespinstmotte bilden feine, silbrig wirkende Gespinste, in denen sie geschützt leben. Für Menschen besteht laut der Stadtverwaltung keine Gefahr. Auch die betroffenen Bäume und Sträucher nähmen in der Regel keinen dauerhaften Schaden. Anders als etwa der Eichenprozessionsspinner bilden Gespinstmotten weder Brennhaare noch Giftstoffe aus.

Das Auftreten der Gespinstmotten sei ein saisonales Naturphänomen, das meist Ende Mai oder Anfang Juni auftrete. Während dieser Zeit werden die Gehölze teilweise stark entlaubt und mit Gespinsten überzogen. Nach der Verpuppung der Raupen und dem Schlüpfen der Falter endet das Phänomen wieder. Die betroffenen Bäume und Sträucher treiben meist bereits ab Mitte beziehungsweise Ende Juni erneut aus.

Sieht gefährlich aus, sind aber harmlos: Gespinste der Gespinstmotte. Foto: Jens Büttner/dpa

Eine Bekämpfung im öffentlichen Raum sei kaum möglich, da die Tiere durch die Gespinste gut geschützt sind und der Befall meist erst nach Bildung der Gespinste sichtbar wird. Begünstigt wird ein verstärktes Auftreten der Gespinstmotten durch warme und trockene Witterung. Das Phänomen kann sich deshalb auch über mehrere Jahre hinweg wiederholen.

Nicht nur in Sindelfingen, auch zuvor in Herrenberg war die Gespinstmotte gesichtet worden. Auch dort hatte das Rathaus Entwarnung gegeben, wonach die Motten und späteren Falter kein Problem für die Natur darstellten.