Seit September treffen sich dank der Hilfe des Vereins Pro Vita in Böblingen zweimal im Monat rund ein Dutzend Frauen im Frauencafé Grund zum offenen Austausch – wie schon vor Corona.

Böblingen - Kontakte knüpfen, mal eine Auszeit vom Alltag nehmen und nebenbei Barrieren in vielerlei Hinsicht überwinden – das können Frauen im Böblinger Stadtteil Grund seit September des vergangenen Jahres. Der Neustart des Frauencafés, das in Vor-Coronazeiten schon einmal bestand, wurde unterstützt vom Verein Pro Vita, der sich sozialen Initiativen im Kreis Böblingen verschrieben hat.

Im Sozial- und Nachbarschaftszentrum Grund in der Stauffenbergstraße bietet die Arbeiterwohlfahrt (AWO) an zwei Montagen im Monat das Café an. Zum Jahreswechsel ziehen die Macher nun Bilanz, und die fällt durchweg positiv aus: „Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten konnten wir im September unter Pandemiebedingungen starten“, sagt Hannah Ekert, die das Projekt federführend betreut.

Diskussionen, Gespräche und Kreativangebote

Regelmäßig kamen seitdem rund zehn Frauen unterschiedlichster Herkunft in dem Zentrum zusammen. Ekert: „.Mit Diskussionen, Gesprächen und Kreativangeboten konnten sich die Frauen langsam in der Gruppe zusammenfinden.“ Sehr engagiert hätten sich die Teilnehmerinnen beispielsweise bei einer Back-Aktion für die Flutopfer im Ahrtal: Die Teilnehmerinnen brachten unterschiedliche Rezepte ein und buken zwölf Sorten Weihnachtsplätzchen. Überhaupt sei es interessant, im Rahmen des Cafés kulturelle Begegnungen zu schaffen zwischen den Teilnehmerinnen, von denen einige einen Migrationshintergrund hätten, sagt Ekert. „Dabei wird beispielsweise über Religion oder andere Themen diskutiert.“

An jedem zweiten Montag steht das Erlernen der deutschen Sprache im Vordergrund. Die Teilnehmerinnen bauen durch Konversationsrunden ihre Sprachbarrieren ab, was sonst im Alltag oft nicht gelingt, sagt Ekert. „An einem Termin stand aber auch mal das Thema Erziehung auf der Agenda oder der Übergang zwischen Kindergarten und Schule“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin, die seit zwei Jahren als Pädagogische Fachkraft in Diensten der AWO steht.

Viele Nationalitäten kommen zusammen

Im Stadtteil Grund lebten viele Nationalitäten zusammen, was das Miteinander aber nicht unbedingt einfacher mache, sagt sie. „Die Erfahrung, dass man eine Willkommenskultur schaffen und für Teilnehmerinnen lerlebbar machen kann, die vorurteilsfrei und offen im Umgang miteinander ist, die nehme ich mit ins neue Jahr.“

In dem Nachbarschaftszentrum bietet die AWO neben dem Frauencafé viele weitere Hilfen für Familien und Kinder an. Neben einer Hausaufgaben-Betreuung gab es Angebote für Kinder im Lockdown oder einen Eltern-Kind-Spielkreis.

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