Gestörter Schulfrieden am Schickhardt-Gymnasium Aus dem Ruder gelaufen

Am Schickhardt-Gymnasium wird um eine Konfliktlösung gerungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Wenn Konflikte in der Schule nicht durch konstruktive Gespräche zu lösen sind, müssen härtere Maßnahmen angewendet werden, findet Inge Jacobs.

Stuttgart - Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, wenn, wie am Schickhardt-Gymnasium, eine Schülerin, die dort Abitur machen will, ihren Rektor anzeigt, ihm und seinen Kollegen öffentlich Mobbing vorwirft und sich für ihr Anliegen auf sozialen Plattformen in Positur wirft. Doch der Vorgang hat eine lange Vorgeschichte, und es lohnt sich, genau hinzusehen. Lange Jahre war es offenbar die Mutter, die die Schule aufmischte, um für ihre Tochter bessere Konditionen zu erwirken oder sich über Unterrichtsmethoden echauffierte – offenbar ungezählte Male und in nicht akzeptablem Stil, wie der schon mehrere Jahre alte Brief des Kollegiums an das Regierungspräsidium deutlich macht. Ein Hilferuf.

 

Es ist legitim, ja positiv, wenn sich eine Mutter für ihr Kind einsetzt. Und es ist wünschenswert, dass es zum Nutzen des Kindes ist – was in besagtem Fall zweifelhaft ist. Und, ja, es ist gut, dass es für Schüler und Eltern Möglichkeiten gibt, sich über vermeintliche oder tatsächliche Ungerechtigkeiten zu beschweren. Und es wäre natürlich noch besser, wenn sich derlei im konstruktiven Gespräch klären lässt. Das klappt aber nicht immer.

Für Gespräche zur Konfliktlösung fehlt es an der Bereitschaft

Am Schickhardt-Gymnasium ist dies aus dem Ruder gelaufen. Es ist absurd, einem Schulleiter, der gerade mal seit März im Amt ist, Mobbing vorzuwerfen, nachdem seine Gesprächsangebote zur Klärung ignoriert wurden. Die Empfehlung des Regierungspräsidiums, bei Konflikten auf Gespräche mit den Beteiligten zu setzen, greift hier nicht. Zumal dies die Bereitschaft aller Beteiligten voraussetze, was hier nicht der Fall ist.

Es kann daher niemanden wundern, dass eine ebenfalls von der Schülerin öffentlich beschuldigte Lehrerin mit einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft kontert. Als weitere Maßnahme könnte dem Mädchen Hausverbot an seiner Schule drohen. Keine guten Voraussetzungen, um dort Abitur zu machen.

inge.jacobs@stzn.de

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