Initiator Volker Siegle (links) mit dem ehemaligen Ringer Frank Stäbler. Foto: /Stefanie Schlecht
Die Gesundheits- und Sportwochen für die Region Böblingen feiern ihren 20. Geburtstag – mit Porridge, Rap und Weltmeistern. Zum Auftakt hat der Organisator Volker Siegle Sportler, einen Musikproduzenten, einen Koch und eine Landwirtin zu Gast.
Thomas Morawitzky
19.03.2025 - 15:00 Uhr
Die Gesundheits- und Sportwochen für die Region Böblingen liefern den Beweis: „Dranbleiben lohnt sich!“ – so lautet ihr Motto 2025. Seit 20 Jahren bringt die Veranstaltungsreihe den Menschen das gesunde und ausgewogene Leben ins Bewusstsein. Volker Siegle, der Organisator des Events, begrüßt am Montagabend überaus enthusiastisch ein großes Publikum im Filmzentrum Bären – außerdem prominente Gäste und Gastredner, die viel zu berichten haben, über ihren eigenen Weg, ihr eigenes Dranbleiben.
Seine „Lieblingsspeaker“, seine liebsten Gastredner aus der Geschichte der Gesundheits- und Sportwochen, hatte Siegle zu diesem Abend eingeladen – sie sorgen im Bärenkino für Höhepunkte, machen das Anliegen der Veranstaltung auf ihre persönliche Weise greifbar. Volker Siegle freut sich, dass alle zugesagt haben, und er zeigt sich froh, dass der Kinosaal die Besucher noch fasst.
OB Belz grüßt von der Leinwand /Stefanie Schlecht
Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz ist bei einer Konferenz am Bodensee und kann am Auftakt der Gesundheits- und Sportwochen nicht teilnehmen. Er ist aber präsent mit einer Videobotschaft, spricht von „20 überwältigenden Jahren“. Tobias Heizmann, Erster Bürgermeister der Stadt, knüpft an diese Lobesworte an, spricht von den wichtigen Kontinuitäten, die die Veranstaltungsreihe in den Bereichen Sport und Gesundheit im Landkreis stiftet. Er dankt auch Andreas Zienteck und dem Team des Filmzentrums Bären, die den Gesundheits- und Sporttagen nun seit mehreren Jahren eine Heimat bieten.
Europameister Frank Stäbler weiß, worauf es ankommt
Zuerst aber springt, mit allergrößtem Elan und einem breiten Grinsen im Gesicht, der gebürtige Böblinger Frank Stäbler auf die Bühne vor der Leinwand, Weltmeister und Europameister im Ringen, Gewinner der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio, ein großer Motivator. Er ruft: „Servus zusammen!“
Volles Haus /Stefanie Schlecht
Frank Stäbler erzählt von seinen großen Kämpfen, spricht davon, welche Rolle Einstellung, Haltung, Psychologie für ihn dabei spielten. Muhammad Ali ist sein Vorbild, von ihm lieh er sich diesen Satz: „Ich bin immer der Größte, und wenn ich’s einmal nicht bin, dann tu ich halt so.“ Das Unterbewusstsein spielt mit, im Sport, Frank Stäbler weiß es – durch ein sicheres Auftreten gelang es ihm, auch vermeintlich stärkere Gegner zu besiegen, das Abrutschen in die „Negativemotion“, auch dies weiß er, muss jedoch unbedingt zur Niederlage führen. „Alles, was passiert, passiert für mich, das ist mein absolutes Erfolgsmantra“, sagt er. „Macht euch immer bewusst, wie weit ihr schon gekommen seid und wer ihr geworden seid.“
Volker Siegle begrüßt nun Menju auf der Bühne, bürgerlich Manuel Mayer, Musikproduzent aus Aidlingen. Menju hat nicht zuletzt dem Stuttgarter Rapper Dardan ein Klanggewand geschneidert – er hat auch mit RAF Camora gearbeitet, einem Superstar der Rap-Szene. Er produziert Songs, die an die Spitze der Internet-Hitparaden schießen, millionenfach geklickt werden, er ist unterwegs zwischen Wien, Berlin, der Schweiz, Italien und Dubai.
Musikproduzent Manuel Mayer /Stefanie Schlecht
Menju lehnt sich zurück, wirkt sehr gelassen. „Wir streamen viel mehr als Helene Fischer“, sagt er leichthin. „Helene Fischer verkauft halt mehr Konzertkarten.“ Auf der Böblinger Kinoleinwand läuft der Videoclip zu einem Song der Rapperin Have – 50 Millionen Streams auf Spotify holte er, bislang. Da verschlägt es auch Volker Siegle schier die Sprache.
Hinter der Fassade wird hart gearbeitet
Es ist ein kleiner, aber interessanter Blick hinter die glitzernde Oberfläche des Musikgeschäfts, den Menju dem Publikum der Gesundheits- und Sportwochen ermöglicht – und dort entdecken sie etwas, das im Sport wie in der Musik gilt: Hinter der Fassade nämlich sind die Rapper, die gerne mit schnellen Wagen und teurer Kleidung posieren, Genuss und Luxus feiern, harte Arbeiter. „Der Fleiß macht es aus“, sagt Menju – und er ist sich sicher: Jeder kann schaffen, was er sich vorgenommen hat, so lange er fleißig ist, so lange er dranbleibt.
Johannes Warth als großer Ermutiger, Maurice Schmidt als Sieger im Säbelfechten bei den Paralympics, Markus Baur als Weltmeister und Europameister im Handball werden später zu Volker Siegle vor die Leinwand treten und ihre Geschichten erzählen. Vor der Pause, die den langen Abend der Auftaktveranstaltung unterbricht, ist es SWR-Koch Eberhard Braun, der dort erscheint und, mit der freundlichen und kompetenten Unterstützung von Linda Kelly aus Herdwangen, der Landwirtin des Jahres, ein erotisierendes Bodensee-Porridge kocht. Drin im duftigen Brei sind Lupinen, auf Kellys Biolandhof angebaut, Süßkartoffeln, Ingwer, Kurkuma, Kardamom und manches andere. Dem Publikum läuft vielleicht das Wasser zusammen im Munde, während auf der Bühne das Porridge sämig wird – in der Pause wird es Gelegenheit haben zu kosten.
Info Die 20. Gesundheits- und Sportwochen der Region Böblingen bieten Informationsveranstaltungen, Workshops, Diskussionen noch bis zum 8. Mai. Näheres auf der Website unter www.gesundheitsundsportwochen.de