Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken, das zeigen Zahlen, die die AOK Baden-Württemberg vorgelegt hat. Vor allem in ländlichen Gemeinden am Rande der Region Stuttgart gibt es eine Häufung von Menschen mit Bluthochdruck. Die Gemeinde Notzingen ist mit knapp 33 Prozent Spitzenreiter im Kreis Esslingen und in der Region. Die Ursachen dafür sind unklar. Wer gesund lebt, kann Bluthochdruck aber gut vorbeugen, erklärt dazu die AOK-Präventionsexpertin Mareike Schmohl.
Lokale Häufungen kommen vor
Die Ursachenforschung für die lokale Häufung von Bluthochdruck ist nicht so einfach: „Um dies erklären zu können, wäre ein tieferer Einblick in die Bevölkerungsstruktur, die Lebensgewohnheiten und die örtlichen Gegebenheiten notwendig als ihn die vorliegenden Daten ermöglichen, sagt die AOK-Sprecherin Petra Schneppe. Immerhin sei Bluthochdruck eine sogenannte multifaktorielle Erkrankung, also eine Krankheit mit vielfachen Ursachen, bei der Körpergewicht, sozioökonomische Bedingungen, das Geschlecht und genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Aus zahlreichen Untersuchungen sei bekannt, dass die Häufigkeit von Bluthochdruck regional entsprechend unterschiedlich ausgeprägt ist.
In den Industrienationen steigt nach Angaben der AOK der obere Blutdruckwert mit dem Lebensalter und nicht alle Faktoren, die zu Bluthochdruck führen können, lassen sich individuell beeinflussen. Die Krankenkasse weist darauf hin, dass die Entstehung von Bluthochdruck grundsätzlich auch von Lebensstil und Alltagsgewohnheiten mit beeinflusst wird. Bewegung senkt den Blutdruck laut dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung am besten.
Die AOK-Präventionsexpertin Mareike Schmohl empfiehlt deshalb regelmäßige körperliche Bewegung inklusive Alltagsbewegung wie zum Beispiel Gartenarbeit, eine Ernährung entsprechend der Mittelmeerküche mit wenig Fleisch, Fett und Salz sowie Fertiggerichten. Damit lasse sich das Risiko für eine Bluthochdruckerkrankung ebenso senken wie mit Gewichtsnormalisierung, Stressreduktion, Nichtrauchen sowie sparsamem Kaffee- und Alkoholkonsum. Auch der Verlauf einer bereits bestehenden Bluthochdruckerkrankung lässt sich mit einem gesunden Lebensstil positiv beeinflussen, ist Schmohl überzeugt.
Es kommt auf den Lebensstil an
Bei 95 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck ist laut AOK keine alleinige Ursache erkennbar. Hier spielen in der Regel mehrere Faktoren eine Rolle, erklärt die AOK-Präventionsexpertin. Die nicht beeinflussbaren Faktoren wie erbliche Veranlagung, höheres Alter und Geschlecht machten etwa 40 bis 60 Prozent aus. Eine erbliche Belastung führe aber nichtzwangsläufig zu Bluthochdruck. Ob sich ein Bluthochdruck entwickelt, werde sehr stark durch den Lebensstil bestimmt. Die größte Bedeutung dürfte nach Schmohls Worten dem Übergewicht zukommen. Für übergewichtige Personen mit Bluthochdruck sei die Gewichtsabnahme deshalb die wirksamste Basistherapie.
Dafür bietet die AOK Kurse wie „ Aktiv abnehmen“ sowie verschiedene Ernährungswerkstätten an, in denen gemeinsam gekocht wird. Auch Entspannung kann sich laut Mareike Schmohl positiv auswirken, beispielsweise wenn der Bluthochdruck stressbedingt ist. Die Angebote der AOK dazu heißen „Entspannt von Kopf bis Fuß“ und „AOK – Yogazeit“.
Beim Thema Bewegung bietet die AOK für Betroffene mit Bluthochdruck zwar keine speziellen Kurse an, empfiehlt aber ein sanftes Ausdauertraining wie beispielsweise die AOK-Kurse Clever Walking oder Easy Running. Auch die Teilnahme an einem Lauf-/Walkingtreff wäre empfehlenswert. Bei sehr starkem Bluthochdruck bieten sich für Interessierte Schonwalking-Kurse an. Ansprechpartner sind neben der Krankenkasse auch die AOK-Kooperationsvereine im Landkreis Esslingen. Dazu gehören beispielsweise der Turn- und Sportverein RSK Esslingen, TSV Wendlingen, TSV Owen, TSV Schopfloch, TSV Beuren, TV Nellingen, TG Nürtingen, TSV Frickenhausen, TSV Neckartenzlingen, TSV Deizisau und der VFL Kirchheim.