Gesundheitsschutz Vom Homeoffice zurück ins Büro: So könnte die neue Normalität aussehen

Von Nicole Knaupp 

In Zeiten der Corona-Lockerungen holen Unternehmen ihre Mitarbeiter schrittweise zurück ins Büro – doch das wird anders aussehen als zuvor. Diese Einrichtungslösungen helfen, bestehende Büros „Corona-safe“ zu gestalten.

Social Distancing ist auch im Büro notwendig. Zusätzlich schützen Raumtrenner und Abschirmungen.  Foto: Vitra 9 Bilder
Social Distancing ist auch im Büro notwendig. Zusätzlich schützen Raumtrenner und Abschirmungen. Foto: Vitra

Welche Auswirkungen COVID-19 langfristig hat, ist unbekannt. Die unmittelbare Rückkehr in das physische Büro erfordert jedoch besondere Maßnahmen bei der Gestaltung der Arbeitsräume und der Einrichtung, um die Mitarbeiter zu schützen und eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu unterbinden.

Hygiene und Abstand haben Priorität

Bei der Rückkehr an den Büroarbeitsplatz heißen die wichtigsten Regeln weiterhin: Abstand und Hygiene.

Zu den wichtigsten Hygieneregeln gehört die Hust- und Niesettikete, die Bereitstellung von Desinfektionsmittel in Eingangsbereichen und Sanitärräumen, das tägliche Reinigen von Schreibtischen, Stühlen, Türklinken und Sanitärräumen und gegebenenfalls eine Maskenpflicht an einigen Orten des Unternehmens und des Büros. Zudem wird häufiges Lüften empfohlen. Und wer Symptome wie leichtes Fieber hat, soll den Arbeitsplatz verlassen oder zu Hause bleiben, bis der Verdacht ärztlich aufgeklärt ist.

Bei den Abstandsregelungen geben die Arbeitsschutzstandards des Arbeitsministeriums den Rahmen vor. Unter anderem soll ein Abstand von mindestens 1,5 Metern – besser noch zwei Metern – eingehalten werden. In Großraumbüros ist diese Anforderung jedoch meist kaum umsetzbar. Das bedeutet, dass viele Büroräume nicht bis zu ihrer vollen Kapazität besetzt werden können.

Weiterhin gilt: So wenig Kontakt wie möglich

Einige Unternehmen teilen ihre Teams in Gruppen auf. Sie nutzen die begrenzte Bürofläche zu unterschiedlichen Zeiten, wie zum Beispiel an unterschiedlichen Tagen, während die jeweils andere Gruppe im Homeoffice arbeitet.

Non-territoriale Arbeitsweisen, die keine feste Zuordnung von Arbeitsplätzen vorsehen, erweisen sich derzeit als problematisch, denn eine geteilte Büroausstattung erhöht die Ansteckungsgefahr. Unternehmen sollten daher in den nächsten Wochen auf Desk-Sharing verzichten und ihren Mitarbeitern feste Arbeitsplätze zuweisen. Wo dies nicht möglich ist, müssen die Arbeitsflächen wenigstens regelmäßig desinfiziert werden. Tastatur und Maus sollten jeweils nur von einer Person genutzt werden.

Sicherheit an den Arbeitsplätzen erhöhen

  • Die Mindesttiefe für Schreibtische beträgt in Deutschland 80 Zentimeter. Werden zwei Tische direkt gegenüber voneinander platziert, ist also – je nach Körperhaltung – ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht durchgängig gewährleistet. Deshalb müssen Plätze freigehalten werden.
  • Für häufig genutzte Wege innerhalb größerer Büroeinheiten sollte eine Laufrichtung festgelegt und markiert werden.

Schnell umsetzbar: Raumtrenner und Abschirmungen im Großraumbüro

  • Eine weitere Möglichkeit, die Sicherheit im Büro zu erhöhen, ist der Einsatz von Raumtrennern und Abschirmungen.
  • Abschirmungen können zwischen zwei gegenüberliegenden Schreibtischen angebracht werden. Wichtig ist: Sie sollten Mund- und Nasenpartie deutlich überragen.
  • Falls Sitz-Steh-Arbeitstische im Einsatz sind, müssen die Abschirmungen so angebracht werden, dass sie sich zusammen mit der Tischfläche nach oben oder unten bewegen.
  • Zu angrenzenden Wegflächen können seitliche Abschirmungen angebracht werden.

Bedeutet die Corona-Krise die Wiedereinführung von Einzelbüros?

„Wir gehen nicht davon aus, dass durch die Corona-Krise die New Work Trends durch Einzelbüros und statische Arbeitsweisen abgelöst werden,“ erklärt Barbara Benz. Die geschäftsführende Gesellschafterin des Einrichtungsunternehmens architare gestaltet mit ihrem Team private Wohnräume sowie funktionale Büros und Arbeitsumfelder für Unternehmen jeder Größe. Jüngstes Beispiel ist das Betriebsrestaurant und die neu gestaltete Lounge-Area von Mercedes-AMG in Affalterbach.

„Wir sehen seit vielen Jahren, dass sich die Anforderungen an den Büro-Arbeitsplatz ständig dynamisch verändern. Das flexible Arbeiten aus dem Homeoffice wird in Zukunft mit Sicherheit weiter an Bedeutung gewinnen.“

Die Corona-Krise zeigt uns auch, wie wir in Zukunft arbeiten wollen und können. Dennoch würden nicht alle Mitarbeiter permanent zu Hause arbeiten wollen. Immer wieder zeigen Umfragen, dass viele die Arbeit im Unternehmen als kommunikativ, inspirierend und auch konzentrationsfördernd empfinden. „Vielleicht haben uns die Kontaktsperren gezeigt“, so Barbara Benz, „dass wir auf der einen Seite erkennen, wie produktiv Fernarbeit ist, auf der anderen Seite, wie wichtig auch das Zusammensein und der Austausch mit Kollegen sind“. Für Unternehmen wird es daher weiter entscheidend sein, das Büro zu einem identitätsstiftenden Ort zu machen, der die Werte und Ziele des Arbeitgebers transportiert.

Einrichtungsprofis wie architare begleiten Unternehmen auf diesem Weg.