Gewa-Tower in Fellbach Tower-Dächle fällt in Kürze

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Der aus der Pleite herausgekaufte Rohbau des Schwabenlandtowers in Fellbach, früher als Gewa-Tower bekannt, darf ein Flachdach statt des bestehenden Beton-Schrägdachs erhalten. Der beantragte Umbau von 66 zu 193 Wohnungen ist aber immer noch nicht genehmigt.

Der Tower in Fellbach ist oben mit Gerüsten und Sicherheitsnetzen bestückt Foto: Hans-Dieter Wolz
Der Tower in Fellbach ist oben mit Gerüsten und Sicherheitsnetzen bestückt Foto: Hans-Dieter Wolz

Fellbach - Die Stadtverwaltung Fellbach hat an diesem Montag einen „halben roten Punkt“ als Baufreigabe erteilt, um das schräge Dächle in etwa 107 Meter Höhe des Schwabenlandtowers zu entfernen. Zuvor hatte sie wochenlang die Statik geprüft. Dies gab die Leiterin des Baurechtsamtes in Fellbach, Marion Maiwald, gestern bekannt. Mit dem Teil-Abriss ist daher kurzfristig zu rechnen. Gerüste und Sicherungsnetze sind bereits angebracht worden.

Direkt nach dem Kauf des 34 Stockwerke hohen Gebäude-Rohbaus hatte der Investor Christoph Gröner erklärt, dass dieses schräge Betondach an der Spitze des damals als Gewa-Tower bekannten Wohnturms weichen müsse. Es hatte ihm schon während der Anreise beim Blick aus dem Flugzeug nicht gefallen. Jetzt hat er eine Vorab-Genehmigung dafür erhalten, es abzusägen. Ansonsten allerdings prüft die Behörde das Änderungsbaugesuch von Gröners CG-Gruppe noch weiter. Aus den vormals geplanten 66 Luxuswohnungen sollen jetzt 193 Apartements werden. Diese Zahl hat sich immer wieder leicht verändert, wird jetzt aber von der Stadt Fellbach in dieser Höhe genannt. Auflagen zum Schutz der auf dem Dach des Towers nistenden Wanderfalken müssen beim Abriss des Daches eingehalten werden. Die eigentliche Genehmigung des Nachtragsbauantrags ist für Juni vorgesehen.

Der erst im Rohbau fertige Gewa-Tower, der der dritthöchste Wohnturm in Deutschland werden sollte, ist im November 2016 in die Pleite gerutscht. Fast zwei Jahre ging auf der Baustelle nichts mehr voran, bis der Insolvenzverwalter das Projekt im September vergangenen Jahres an die CG-Gruppe des Bauunternehmers Christoph Gröner zum Preis von etwa 15 Millionen Euro verkauft hat. Geldanleger, die sich im Jahr 2014 an der später notleidenden Finanzierungsanleihe im Volumen von 35 Millionen Euro beteiligt hatten, erhielten erst kürzlich nur etwa 40 Prozent ihres Investments zurück. Der Baulöwe Gröner verspricht, den Tower fertig zu bauen, hat allerdings die Pläne geändert. Statt Hochpreis-Eigentumswohnungen, die sich als unverkäuflich erwiesen, will er kompakte Mietwohnungen herstellen. Das fertige und vollständig vermietete Objekt will er dann an einen institutionellen Geldanleger wie eine Versicherung oder ein Versorgungswerk am Stück verkaufen.