Der Sonnensee in Kirchheim (Kreis Esslingen) soll sauberer werden. Vor dem Trockenlegen werden die Fische umgesetzt. Warum die Stadt vor dem Betreten des Bereichs warnt.
Auf dem Kirchheimer Schafhof, zwischen Wiesen, Streuobstwiesen und Feldern gelegen, befindet sich der vom Westerbach gespeiste Sonnensee. Das kleine Gewässer soll nach Mitteilung der Stadt in den kommenden Wochen abgelassen und vorübergehend trockengelegt werden. Eindringlich warnt das Rathaus davor, die Schlammfläche zu betreten: Es bestehe die Gefahr, in der matschigen Masse einzusinken.
Ziel der Maßnahme ist es den Angaben zufolge, den Nährstoffgehalt im See zu reduzieren und damit die ökologische Qualität des Gewässers nachhaltig zu verbessern. Wenn es die Witterung zulässt, soll das Wasser des Sonnensees im Zeitraum zwischen November und Januar nächsten Jahres langsam in den Westerbach abgegeben werden, informiert die Stadtverwaltung. Das Trockenlegen bewirke das Abtrocknen und Mineralisieren des Sediments, wodurch der Schlamm und organisches Material reduziert werden. Der See wird einige Monate lang „trocknen“ müssen, bevor er im Herbst 2026 wieder mit Wasser befüllt wird.
Karpfen & Co: Die im Sonnensee heimischen Fische werden umgesetzt
Vor Beginn der Maßnahme werden die im Sonnensee lebenden Fische und anderen Tiere fachgerecht geborgen und umgesiedelt, versichert man im Kirchheimer Rathaus. Die heimischen Fischarten sollen in die nahegelegenen Bürgerseen umgesetzt werden. Unter anderem gibt es dort Karpfen, Schleien, Hechte, Aale und Weißfische. Das weiß der Angelverein Kirchheim deshalb so genau, weil er seit 1978 den im Besitz der Stadt befindlichen Sonnensee als Pächter betreut.
Die aktuell geplante Maßnahme ist nicht die erste ihrer Art. Laut dem Angelverein wurde das zuvor lange brach liegende und einst stark von Verlandung bedrohte Gewässer zu Beginn der 1980er-Jahre sowie im Jahr 2007 aufwendig ausgebaggert und renaturiert.
Wie der Verein auf seiner Internetseite berichtet, wurde der kleine See an der Alten Schlierbacher Straße ursprünglich von der ehemaligen Kirchheimer Brauerei „Sonne“ als Eisweiher genutzt. Daher stammt wohl der Name. Durch das im Winter in mühevoller Handarbeit gesägte und geschlagene Eis konnte das in den kühleren Monaten eingebraute Bier bis in den Sommer hinein in den Bierkellern der Brauerei frisch gehalten werden.