Gewalt bei Antifa-Demo Grüne Jugend will Aufklärung

Teilnehmer der Antifa-Demo werden behandelt. Die Polizei sei unverhältnismäßig gegen Foto: dpa
Teilnehmer der Antifa-Demo werden behandelt. Die Polizei sei unverhältnismäßig gegen Foto: dpa

Nach den Gewaltausbrüchen bei der Göppinger Antifademo gehen die Diskussionen weiter. Die Polizei habe durch ihr unprofessionelles Verhalten zur Eskalation beigetragen, sagt die Grüne Jugend.

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Göppingen - Die Diskussionen über die Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Nazidemo am vergangenen Samstag in Göppingen reißen nicht ab. Die Grüne Jugend fordert jetzt Aufklärung über den aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Polizeieinsatz. Der zuständige baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) solle Klarheit in die Vorkommnisse bringen.

„Polizei war unprofessionell“

Die Polizei habe in Göppingen keine Professionalität bewiesen und damit die Stimmung aufgeheizt, erklärte die Landessprecherin der Jugendorganisation, Jessica Messinger. „Ihre andernorts bewährte Deeskalationsstrategie muss sie hier aufgegeben haben.“ Anders könne sie sich „die massiv ungerechten Maßnahmen und Übergriffe seitens der Polizei auf die überwiegend friedlich demonstrierenden Menschen überall im Stadtgebiet“ nicht erklären, sagte Messinger, die selbst in Göppingen demonstriert hatte und zusammen mit mehreren Parteifreunden von der Polizei eingekesselt worden war. Von der Stadtverwaltung sei gegen sie dann auch noch ein Platzverweis ausgesprochen worden.

Unfall oder Angriff?

Aufklärung forderte Messinger auch bezüglich eines Unfalls, der sich in der Friedrichstraße ereignet haben soll. Laut Augenzeugen habe ein Zivilfahrzeug der Polizei mit hoher Geschwindigkeit einen Demonstranten angefahren. Die Polizei bestätigte den Vorfall, berichtete aber davon, dass das Auto von Demonstranten angegriffen worden sei. Ein Mann sei auf die Motorhaube gesprungen und habe sich dabei möglicherweise verletzt . Auch die Antifa meldete sich in einer Presseerklärungen mit schweren Vorwürfen zu Wort. Auf Rückfragen dieser Zeitung reagierte sie jedoch nicht.

Wie berichtet, hatte die Polizei am Samstag weite Teile der östlichen Innenstadt abgeriegelt, um 152 Rechtsextremen einen zuvor vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim erlaubten Demonstrationszug zu ermöglichen. Dabei sah sie sich massiven Protesten von Gegendemonstranten ausgesetzt. Der Göppinger Polizeichef Martin Feigl sprach von bis zu 600 gewaltbereiten Autonomen, die versuchten, die Polizeisperren zu durchbrechen.




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