Gewalt gegen Ärzte Wenn Patienten in der Arztpraxis pöbeln

Bekommen Patienten in der Praxis nicht genau das, was sie wollen, reagieren sie immer häufiger aggressiv. Foto: dpa/Britta Pedersen

In Arztpraxen kommt es zunehmend zu Drohungen und Handgreiflichkeiten durch Patienten. Die Politik muss endlich handeln, meint unsere Autorin Bettina Hartmann. Dazu gehören konsequente Strafen, aber auch Investitionen ins Gesundheitssystem.

Gesundheit für Menschen in Stuttgart: Bettina Hartmann (ina)

Beschimpfungen, Bedrohungen, manchmal auch Bisse und Schläge: Gewalt gegen Ärzte und Praxispersonal? Längst Alltag in Deutschland, klagen Medizinerverbände. Wenn Beschäftigte im Gesundheitswesen um ihre Sicherheit fürchten und selbst Vorkehrungen treffen müssen, etwa mit Selbstverteidigungskursen und Notknöpfen, ist das ein Unding. Doch warum kommt es zu immer mehr Übergriffen?

 

Patienten haben überzogene Ansprüche

Es steckt ein Zusammenspiel aus vielen unguten Entwicklungen dahinter. Zum einen ist die Anspruchshaltung und der Egoismus der Patienten in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, während generell der Respekt vor dem Gegenüber sinkt. So mancher denkt, er habe immer und sofort ein Recht auf alle Behandlungen und Medikamente, die er selbst – auch durch gefährliches „Wissen“ aus dem Internet – für angemessen hält.

Auslöser für gefährliche Situationen können auch lange Wartezeiten sein. Oder die Tatsache, dass Angehörige draußen warten müssen. Dem gegenüber stehen Leistungskürzungen sowie zunehmender Ärzte- und Fachkräftemangel in den Praxen.

Die untragbaren Verhältnisse auf den unterschiedlichsten Ebenen sind bekannt. Seitens der Politik bleibt es bisher bei Lippenbekenntnissen. Dabei müssten Gegenmaßnahmen schnell und konsequent ergriffen werden – dazu gehören Strafen für Gewalttäter genauso wie eine stabile, nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens.

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