Ex-VfB-Profi Cacau kickt gegen Jugendgewalt

Von Petra Mostbacher-Dix 

Der Ex-VfB-Spieler Cacau hat das Projekt Gemeinschaftserlebnis Sport in Weilimdorf besucht. Der gebürtige Brasilianer will sich ein Bild von dem Projekt machen.

Cacau (links) dribbelt inzwischen als DFB-Integrationsbeauftragter. Foto: Lichtgut/Schmidt
Cacau (links) dribbelt inzwischen als DFB-Integrationsbeauftragter. Foto: Lichtgut/Schmidt

Stuttgart - Groß sind die Namen auf einem Papier an der Säule zu lesen: Rashid, Berdan und viele andere spielen in fünf Teams gegeneinander „round robin“, also jeder gegen jeden. Luka ist in Team zwei. „Ich bin zum ersten Mal hier. Super, dass man spätabends Fußball spielen kann“, sagt der 14-Jährige. Hier, das ist die Sporthalle der Wolfbuschschule in Weil­imdorf, wo an diesem Abend das Projekt „Nachtaktiv“ stattfindet. Dabei ist ein besonderer Gast: Claudemir Jerônimo Barreto, besser bekannt als Cacau, Ex-Nationalspieler, nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Integrationsbeauftragter. Der gebürtige Brasilianer, der unter anderem beim VfB spielte, will sich ein Bild vom Projekt machen.

Das Konzept Gemeinschaftserlebnis Sport entstand 2007

„Nachtaktiv“ ist ein Baustein des Programms Gemeinschaftserlebnis Sport (GES), das 2015 mit dem Integrationspreis des Deutschen Fußball-Bundes und von Mercedes-Benz ausgezeichnet wurde. GES will Kindern und Jugendlichen vielfältige, offene und bedürfnisorientierte Sportmöglichkeiten anbieten. Bei „Nachtaktiv“ etwa wird Jugendlichen ab 14 Jahren die Möglichkeit gegeben, zwischen 21.45 und 24 Uhr Sport zu treiben. „Die Freizeitgewohnheiten der Jugendlichen verlagern sich mehr in die späten Abendstunden, und da mangelt es an attraktiven Angeboten“, sagt Sportlehrer und GES-Pressereferent Fabian Schönleber. Das Konzept entstand 2007 als Gewaltpräventionsprojekt in Sillenbuch, als sich Beschwerden über verhaltensauffällige Jugendliche häuften, die sich den späten Abendstunden regelmäßig am örtlichen Einkaufszentrum trafen. Mittlerweile werden jährlich sieben bis acht Nachtaktiv-Termine in acht Stadtbezirken angeboten, die GES in Kooperation mit den Jugendhäusern und der Mobilen Jugendarbeit vor Ort umsetzt. „Das wurde von Anfang an gut angenommen“, so Schönleber.

Auch in der Wolfbuschsporthalle war es voll: Jugendliche verschiedener Nationen, darunter auch Mädchen, kickten mit Cacau, was das Zeug hielt. Der betonte: „Das erreicht man mit Sport: Menschen kommen unabhängig von Geschlecht, Alter und Nation in Kontakt auf Augenhöhe. Jeder kann frei seine Fähigkeiten einbringen, gleichzeitig befolgen alle Regeln. Das bereitet auf die Gesellschaft vor.“

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