Gewalttat in Tiefenbronn Familienvater räumt Tat bei Mordprozess in Karlsruhe ein

Von red/dpa/lsw 

Im Mordprozess vor dem Landgericht Karlsruhe hat ein Familienvater die Tat eingeräumt. Der Mann soll 2019 seine Frau und den achtjährigen Sohn umgebracht haben. Ein weiterer Sohn überlebte nur knapp.

Der Angeklagte hat im Mordprozess von Tiefenbronn vor dem Landgericht Karlsruhe ausgesagt. Foto: dpa/Uli Deck
Der Angeklagte hat im Mordprozess von Tiefenbronn vor dem Landgericht Karlsruhe ausgesagt. Foto: dpa/Uli Deck

Karlsruhe - Warum löscht ein Familienvater seine Familie fast aus, obwohl er sie über alles liebt? Auf diese Frage versucht ein Prozess vor dem Landgericht Karlsruhe Antworten zu finden. In einer zum Prozessauftakt am Freitag durch seine Anwältin verlesenen Erklärung räumte er die Tat ein, kann aber keine Erklärung dafür finden. Es habe keinen Anlass für die Tat gegeben. Die Ehe sei gut gewesen. Allerdings sei es ihm gesundheitlich nicht gut gegangen. Er habe psychische Probleme gehabt und sich kurz vor der Tat mit Suizid-Gedanken getragen.

Der Mann soll im Mai vergangenen Jahres seine 38 Jahre alte Frau und den achtjährigen Sohn umgebracht haben. Dessen älterer Bruder wurde bei der Gewalttat in Tiefenbronn (Enzkreis) lebensgefährlich verletzt und entkam dem Tod nur knapp.

Psychische Probleme eingeräumt

Der wegen Mordes angeklagte 61-Jährige sagte in der Erklärung: „Es ist für mich kaum vorstellbar, mit der Tat weiter zu leben.“ Er werde jede Entscheidung des Gerichts annehmen. Seine Familie sei für ihn das Wichtigste in seinem Leben gewesen. Die wirtschaftliche Situation der Familie sei - entgegen seiner Vernehmung bei der Polizei - gut gewesen. Der Angeklagte räumte aber in der Erklärung psychische Probleme ein: „Bei mir wurde eine bipolare Störung diagnostiziert.“

Er soll im Mai vergangenen Jahres seine 38 Jahre alte Frau und den achtjährigen Sohn umgebracht haben. Dessen älterer Bruder wurde bei der Gewalttat in Tiefenbronn (Enzkreis) lebensgefährlich verletzt und entkam dem Tod nur knapp. Alle Opfer hatten schwere Schnitt- oder Stichverletzungen erlitten. Zuvor hatte er ihnen Beruhigungs- beziehungsweise Schlafmittel verabreicht.

Angeklagter soll Schlaftabletten gesammelt haben

Ein Psychiater sagte vor Gericht, der Angeklagte habe ihm geschildert, wie er Schlaftabletten sammelte, um sich umzubringen. Tatsächlich tat er sie dann aber am Tatmorgen in den Kaffee seiner Frau und gab seinen Kindern mit Medikamenten versetzte „Vitamindrinks“.

Als seine Frau auf dem Sofa einschlief, habe er sie fesseln wollen. Sie sei aufgewacht und habe geschrien. Wie genau und warum er dann die Frau und den jüngeren Sohn umbrachte, konnte er dem Psychiater nicht mehr schildern. Er habe aber noch gewusst, dass er seinen älteren Sohn, der flüchten wollte, zurückhielt. Der habe gerufen: „Papa, ich hab Dich doch lieb.“

Dem Elfjährigen gelang die Flucht. Ein Zeuge fand den schwerst verletzten Jungen auf der Straße und rief die Polizei. Das Kind, das laut Staatsanwaltschaft vor dem Vater in Todesangst geflüchtet war, konnte noch Hinweise geben - die Beamten durchsuchten daraufhin das Haus und entdeckten die Leichen der Mutter und des kleinen Bruders sowie den Vater. Dieser hatte versucht, sich nach der Bluttat mit Alkohol und Medikamenten umzubringen. Wenige Tage später gestand er. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

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