Dabei geht es um Aufenthaltsqualität für die Mitarbeiter mit kleinen, begrünten Plätzchen im Freien, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten, denn Fachkräfte können sich ihren Arbeitsplatz dort aussuchen, wo sie all dies finden. Schwierig im Synergiepark ist die Situation, weil die Flächen begrenzt sind. Wenn sich weitere Firmen ansiedeln sollen, dann muss dies auf dem vorhandenen Areal geschehen. Günter Sabow, der Vorsitzende der Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart (WIV), weist auf die Herausforderungen hin, vor denen Stuttgarts wichtigstes Gewerbegebiet steht.
Stuttgart ist im Regional-Ranking von der ersten Stelle auf den dritten Rang abgerutscht
„In nächster Nähe zu Stuttgart werden in Frankfurt, München und Zürich im Vergleich zu Stuttgart riesige Gewerbeparks auf den Weg gebracht“, sagt Günter Sabow zum Druck von außen, unter dem der Synergiepark, Stuttgarts bedeutendstes Gewerbegebiet, stehe. Das Regional-Ranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft zeige, dass die Landeshauptstadt seit 2017 ihren Spitzenplatz eingebüßt habe und nun an dritter Stelle liege.
„Es ist aus unserer Sicht dringend geboten, etwas zu unternehmen, um nicht möglicherweise weiter abzurutschen und stattdessen wieder Boden gut zu machen.“ Ein Ranking, sagt Sabow, sei sicher nicht das Maß aller Dinge, „aber es stellt eine Entscheidungshilfe für Interessenten dar, die Gewerbeflächen suchen“. In der Praxis suche man die besten Angebote und entscheide, ob man nach Stuttgart, München oder Frankfurt gehe. Stuttgart erwecke den Anschein, als gehe beim Thema Ansiedlungen gar nichts mehr, weil eben keine leeren Flächen mehr vorhanden seien. „Es wäre auch verwunderlich, wenn im Umfeld einer prosperierenden Stadt wie Stuttgart freie Flächen da wären“, sagt Sabow. Diese müssten geschaffen werden, nicht durch Landschaftsverbrauch wie für Tesla in Brandenburg, sondern durch effiziente Innenverdichtung in vorhandenen Gewerbegebieten.
Wäre der Stapelbau eine Option?
Hier komme der sogenannte Stapelbau ins Spiel, also Aufstockungen auf Gebäude, die dies von der Statik und der Optik hergäben. Außerdem ließen sich große Erdgeschossflächen überbauen: „Ich denke dabei im Synergiepark an große Tankstellen und Waschanlagen.“ Es sei zu überlegen, ob man nicht Teile des SSB-Areals nutzen könne, ohne SSB-Funktionen aufzugeben.
Im Synergiepark gebe es diverse vom Handwerk genutzte Gebäudekomplexe: „Hier ist zu erwägen, ob man nicht einige davon zu Handwerkerhöfen zusammenfassen kann. Dafür gibt es im Raum München gute Beispiele.“ Diese seien für Kunden effizient, weil sie unterschiedliche Artikel nicht in verschiedenen Gebieten suchen müssten. Erwägenswert sei auch, auf diese Weise Kfz-Werkstätten zu bündeln: „An der Schockenriedstraße sieht man davon drei oder vier auf beiden Seiten der Straße.“ Sie zusammenzubringen, sei sinnvoll, aber gewiss nicht einfach: „Vielleicht gelingt es durch Verhandlungen und Gespräche, Planungen und Angebote der Stadt.“ Der Synergiepark brauche natürlich in erster Linie eine gute, funktionierende Erschließung und Parkmöglichkeiten. „Es ist schon eine Imagefrage, wenn man leider zu denjenigen gehört, die in einer bestimmten Firma keinen Parkplatz haben“, sagt Sabow. Die Mitarbeiter wünschten sich auch außerhalb der Büros eine gute Aufenthaltsqualität: „Das beginnt mit der Optik von Gebäuden und geht weiter mit Begrünung, Treffpunkten zum Austausch, Cafés und Restaurants.“