Gewerbegebietsmanagement in Vaihingen-Möhringen Stadtplaner stellt Synergiepark Plus vor

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Die Stuttgarter Verwaltung hat den Bezirksbeirat über das Gewerbegebietsmanagement informiert. Das Modellprojekt soll Veränderungen besser aufeinander abstimmen, um den Standort wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Das Modellprojekt Synergiepark Plus soll das Industriegebiet im Ganzen betrachten und Veränderungen und Einzelprojekte besser miteinander vernetzen. Foto: Günter  Bergmann
Das Modellprojekt Synergiepark Plus soll das Industriegebiet im Ganzen betrachten und Veränderungen und Einzelprojekte besser miteinander vernetzen. Foto: Günter Bergmann

Vaihingen - Mit mehr als 20 000 Beschäftigten in 600 Betriebsstätten auf 120 Hektar Fläche ist der Synergiepark Vaihingen-Möhringen das größte Gewerbegebiet Stuttgarts. Und er wächst: Alleine mit den Ansiedlungen von Daimler und der Allianz kommen etwa 8000 Arbeitsplätze hinzu. Das Areal allerdings ist begrenzt durch Wohngebiete, Bahngleise, Sport- und Grünflächen sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein Gewerbegebietsmanagement soll nun greifen, um Entwicklungen besser aufeinander abzustimmen: das Modellprojekt Synergiepark Plus. Das Plus steht für Planen, Lenken, Umsetzen und Stärken des Industriestandorts.

Hermann-Lambert Oediger, der Leiter der Abteilung Stadtentwicklung im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, informierte den Bezirksbeirat Stuttgart-Vaihingen über das Konzept. „Das Projekt soll zwei Säulen abdecken: Zum einen sollen die Unternehmen besser vernetzt werden. Zum anderen sollen baulich-räumliche Veränderungen für die notwendigen Bedarfe nachhaltig angegangen werden“, sagte Oediger. Das Industriegebiet solle als Einheit betrachtet und gestärkt werden.

Für die Verkehrsprobleme müssen Lösungen gefunden werden

Das fand Zustimmung bei den Bezirksbeiräten. „Ich finde es exzellent, dass man über den Synergiepark im Ganzen nachdenkt und nicht über einzelne Maßnahmen“, sagte Volker Weil (FDP). „Das Konzept geht in die richtige Richtung“, ergänzte Eyüp Ölcer von den Freien Wählern. „Ziel muss die Flächeneffizienz sein, also wie kann ich bestmöglich in dem gegebenen Areal mehr Arbeitskräfte unterbringen“, sagte Volker Schweizer (Grüne).

Ein Kritikpunkt blieb aber: „Auch der Verkehr muss in das Konzept eingebunden werden“, forderte Weil. Dem schlossen sich weitere Vertreter des Vaihinger Gremiums an. „Der Verkehr ist jetzt schon ein Problem. Mit den Neuansiedlungen von Daimler und Allianz wird das eine Herausforderung“, sagte Schweizer und kritisierte, dass Lösungen für die Verkehrsproblematik in der Vorlage des Stadtplanungsamts fehlten.

Hermann-Lambert Oediger entgegnete, dass die Stadt bereits an der Ausarbeitung eines Gesamtverkehrskonzepts für Vaihingen dran sei. „Die Maßnahmen fließen dann selbstverständlich in das Gewerbegebietsmanagement mit ein“, so der Mann vom Stadtplanungsamt. Der Ausbau der U 12 bis nach Dürrlewang sei ein erster Schritt zur Erweiterung der Mobilitätsinfrastruktur gewesen. „Nun wollen wir gezielt Unternehmen ansprechen wegen Carsharing oder Jobticket-Angeboten für ihre Mitarbeiter“, sagte Oediger. Zudem ginge es um die Gestaltung sowohl öffentlicher als auch privater Flächen und die Nahversorgung im Synergiepark. Auch dieses Thema beschäftigte die Bezirksbeiräte. „Die Mitarbeiter müssen auch irgendwo essen“, sagte Ulrich Bayer (CDU).

Nahversorgung für die Beschäftigten im Synergiepark

„Wir wollen kleinflächige Versorgungsangebote schaffen, etwa mit Firmenkantinen, die nicht nur für Geschäfte, sondern auch für Dritte offen sind“, sagte Oediger. Die Versorgung im Synergiepark solle dabei allerdings nicht die Kaufkraft in den Stadtteilen, etwa im angrenzenden Dürrlewang, mindern.

Derzeit sei man noch in der Analysephase für das Gewerbegebietsmanagement, diese soll bis zum Sommer abgeschlossen sein. „In enger Abstimmung mit den Unternehmen wollen wir ausloten, welche Maßnahmen umsetzbar sind und wie sie finanziert werden“, sagte Oediger. Vom Modellprojekt Synergiepark Plus erhoffen sich die Verantwortlichen viel: „Der Synergiepark könnte eine Blaupause für andere Gebiete werden, auch wenn die Schwerpunkte in anderen Gebieten anders liegen“, sagte der Stadtplaner.

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