Gewichtheben: SV Fellbach Nicklas Katzer ist der Stärkste
Gegen den SV Flözlingen unterliegt der SVF mit 391,8:433,9 Relativpunkten, besiegt den bislang verlustpunktfreien Oberliga-Tabellenführer aber im Stoßen und verliert so nur mit 1:2.
Gegen den SV Flözlingen unterliegt der SVF mit 391,8:433,9 Relativpunkten, besiegt den bislang verlustpunktfreien Oberliga-Tabellenführer aber im Stoßen und verliert so nur mit 1:2.
So mancher der eher spärlich versammelten Zuschauer hatte sich am Samstagabend mit Mantel, Schal und Mütze gegen die tiefen Temperaturen in der Fellbacher Zeppelinhalle gewappnet. Beim Kräftemessen in der Oberliga zwischen dem ungeschlagenen Tabellenführer SV Flözlingen und dem SV Fellbach gab es dennoch bemerkenswerte Kraftakte. Erwartungsgemäß unterlagen die gastgebenden Gewichtheber trotz einer Saisonbestmarke gegen das Team von Reiner Müller mit 391,8:433,9 Relativpunkten.
Der Flözlinger Trainer hatte neben einer zumeist aus jungen Spitzenhebern bestehenden Mannschaft auch seinen Vater als fachkundigen Beobachter mitgebracht: Willi Müller. Der war im Trikot des SV Fellbach mehrfach deutscher Meister geworden und später auch Weltmeister im Kraftdreikampf.
Der inzwischen 86-Jährige sah einen Wettkampf, bei dem sich die Gästeschar im Reißen rasch absetzte. Hier machte es sich bemerkbar, dass mit der deutschen Vizemeisterin Ariane Kramer sowie ihrer Schwester Malena und Jana Ohnmacht gleich drei Frauen auf Flözlinger Seite im Einsatz waren, die in dieser Disziplin allesamt jenseits der 30-Punkte-Marke blieben.
Im Stoßen drehte dann das Team von SVF-Trainer Laszlo Szabo so richtig auf. Außer dem mit insgesamt 55 Relativpunkten solide hebenden Maurice Meister und dem ehemaligen deutschen Titelträger Ion Jubirca (77 Punkte) überzeugte auch Luca Bützberger. Der junge Schweizer war mit 83 Punkten drittbester Heber des Wettkampfs und zeigte sich nach überwundener Krankheit erneut stark verbessert.
Die Übermacht des SV Fellbach im Stoßen manifestierte sich jedoch vor allem im Auftritt von Nicklas Katzer. Er war mit 288 Kilogramm im Zweikampf und den sich daraus ergebenden 99,8 Relativpunkten nicht nur Gesamtstärkster und bester Heber des Tages, sondern zeigte auch Nervenstärke. Als letzter Starter musste er 163 Kilogramm im Stoßen bewältigen, um den SVF-Sieg in dieser Disziplin zu sichern. Der 26-Jährige stieß die um drei Kilogramm über seiner bisherigen Bestleistung liegende Last so souverän, dass selbst sein nicht zu überschwänglichen Lobeshymnen neigender Trainer Laszlo Szabo zufrieden war: „Das hat ausgesehen, als ob da noch Luft ist. Nicklas ist durch seinen Fleiß und sein umfangreiches Beintraining zu einem stabilen 100-Punkte-Heber geworden.“
Zufrieden mit der Teamleistung zeigte sich trotz der 1:2-Niederlage auch die SVF-Abteilungsleiterin Olivia Weissbeck: „Wir freuen uns über die Saisonbestmarke.“ Die könnte indes am 28. Februar bereits wieder der Vergangenheit angehören, denn der SV Fellbach erwartet einige Verstärkungen. Neben Elisabeth Harkness, die derzeit noch auf ihren deutschen Pass wartet, hofft Laszlo Szabo auf weitere starke Frauen. Sie sollen spätestens beim Heimkampf am 14. März (Beginn 17 Uhr) zum Einsatz kommen.