Gewitter in Stuttgart Der bange Blick zum Himmel

Die Schillerstraße am Hauptbahnhof war   bis Sonntag früh gesperrt Foto: Fotoagentur/Rosar
Die Schillerstraße am Hauptbahnhof war bis Sonntag früh gesperrt Foto: Fotoagentur/Rosar

Beim Thema Gewitter und Starkregen hört man nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen genauer hin. So war es jetzt auch in Stuttgart. Eindrücke vom Samstagabend.

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Stuttgart/Ludwigsbug - Eine der Damen, die am Eingang zur Oper in Stuttgart Aufsicht hat, schaut bange in den Himmel: Während einer Pause des Ballettabends „New/Works“ geht ein heftiges Gewitter über der Stadt nieder. Die Besucher blicken auf eine schwarze Regenwand. Für einen kurzen Moment werden Erinnerungen an den 28. Juni wach, als in Stuttgart kurzzeitig Land unter herrschte und der Sturm Teile des Operndaches abriss. „Da hatte ich auch Dienst“, sagt die Dame von der Aufsicht. „Und so etwas möchte ich nie wieder erleben.“

So etwas erlebt sie und erleben die Stuttgarter an diesem Samstagabend glücklicherweise auch nicht. Die Beeinträchtigungen und Schäden durch das angekündigte Gewitter und den Starkregen, der gegen 21 Uhr auf die Stadt trommelt, halten sich in Grenzen. In einigen Straßen staut sich das Wasser – besonders in der Schillerstraße am Hauptbahnhof, wo der Regen wegen eines verstopften Gullys nicht abfließen kann. Die Straße wird gesperrt; nur Busse dürfen noch verkehren. Am Sonntagmorgen um 8 Uhr ist das Wasser so weit abgelaufen, dass die Schillerstraße wieder freigegeben wird. Abgesehen davon fällt der Polizeibericht zum Gewitter übersichtlich aus: „Mehrere Gullydeckel in der Stadt wurden angehoben“, teilt ein Polizeisprecher auf Anfrage mit; die Paulinenstraße, die Kernerstraße und die Schwieberdinger Straße seien teils überspült worden. Von größeren Behinderungen ist nichts bekannt.

Feuerwehr holt vierköpfige Familie von Autodach

Aufsehenerregender verläuft der Samstagabend in Kornwestheim im Kreis Ludwigsburg, wo die Feuerwehr eine vierköpfige Familie vom Dach ihres Kleinwagens holt, auf das sie sich geflüchtet hatte. Die Familie war mit dem Auto in einer Unterführung stecken geblieben, in der das Wasser 70 Zentimeter hoch stand. Die Einsatzkräfte kamen per Boot; das Auto wurde abgeschleppt. Ansonsten blieb es im Kreis Ludwigsburg bei überfluteten Straßen und einigen vollgelaufenen Kellern, verletzt wurde niemand – so bedrohlich die Kulisse auch war. In den anderen Nachbarkreisen verlief das Gewitter, soweit bekannt, ebenfalls glimpflich.

Nach Angaben von Thomas Schuster, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD), fielen an der Messstelle am Stuttgarter Schnarrenberg am Samstagabend zwischen 21 und 22 Uhr 13 Liter Wasser pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Bei dem Unwetter am 28. Juni waren es an dieser Stelle in einer Stunde 42 Liter pro Quadratmeter.




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