Gibt es Zombies? Teil I Zum Fressen gern

„How to kill a Zombie“ – Wie tötet man einen Zombie? Die sichertse Methode, um einen Untoten endgültig ins Jenseits zu schicken, ist, ihm den Kopf abschlagen (Szene aus der TV-Serie „Walking Dead“). Foto: Verleih 13 Bilder
„How to kill a Zombie“ – Wie tötet man einen Zombie? Die sichertse Methode, um einen Untoten endgültig ins Jenseits zu schicken, ist, ihm den Kopf abschlagen (Szene aus der TV-Serie „Walking Dead“). Foto: Verleih

Zombies sind aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Längst haben sie Vampiren und anderen Monstern den Rang der beliebesten Horrorgestalten abgelaufen. Sogar einen „World Zombie Day“ gibt es. Dem Mythos von den Untoten auf der Spur.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Stuttgart - Sie kommen aus dem Nichts. Plötzlich sind sie da. Schlurfend, schmatzend, röchelnd, sabbernd. Unentwegt auf der Suche nach frischem Menschenfleisch. Sie beißen sich in ihren Opfern fest, reißen ganze Stücke aus ihrem Körper, brechen Knochen, Schädel und Brustkörbe. Sie heißen . . .

ZOMBIES

Untote, Wiedergänger, leblose, seelenlose, willenlose Wesen, die nichts fühlen, nichts denken, nichts hoffen. Von den Toten auferstanden, durch einen Virus oder einen dämonischen Zauber zum Leben erweckt, wandeln sie umher, vorwärts getrieben von der Gier nach Blut. Sie kennen keinen Schmerz, keine Emotion, keine Reue. Zombies sind gesellige Wesen. Einsamkeit mögen sie gar nicht, weshalb sie meist in Gruppen auftreten und gemeinsam Mahl halten.

Totengeister aus Afrika, Zombies aus Haiti

Längst haben Zombies Vampiren, Werwölfen, Mumien und anderen Monstern den Rang als die beliebtesten Horrorgestalten abgelaufen. Sogar einen weltweiten „World Zombie Day“ gibt es, der in diesem Jahr am 10. September gefeiert wurde.

Die Spur des Zombie-Mythos führt nach Afrika. Zombie leitet sich vom Wort „Nzùmbe“” ab. In der Sprache Kimbundu, die unter anderem in Nord-Angola gesprochen wird, bedeutet es „Totengeist“. Die Angst, dass die Verstorbenen in die Welt der Lebenden zurückkehren könnten, jagt den Menschen aller Epochen und Ethnien seit Urzeiten eine Heidenangst ein.

In Haiti, wo der Glaube an die Wiederkehr der Untoten bis auf den heutigen Tag weit verbreitet ist, wurden Menschen nach ihrem Ableben zerhackt, gepfählt, aufgespießt und geschreddert, um sicher zu stellen, dass sie ein ein für allemal in ihren feuchten Gräbern ruhen. Verschleppte Sklaven brachten den Zombie-Wahn im 18. Jahrhundert nach Haiti. Aus den afrikanischen „Nzùmbe“ wurden durch die Religion des Voodoo Zombies (auf Kreolisch „Zonbi“).

Untote in Europa

Auch in der europäischen Kulturgeschichte sind die Untoten nicht wegzudenken. In fast allen Regionen des Kontinents finden sich Mythen und Legenden, die von Wesen erzählen, die sich aus ihren Gräbern erheben. Diese Seelenwandler irren als Verfluchte umher und müssen für ihre Untaten, die sie zu Lebzeiten begangen haben büßen. Anders als Gespenster und Geister sind Zombies keine spirituellen Wesen, sondern körperlich real.

Was sich in der TV-Serie „Walking Dead“ oder in den Kultfilmen von Regisseur George A. Romero („Night of the living Dead“, 1968, „Zombie – Dawn oft the Dead“, 1978, „Zombie 2 – Day of the Dead“, 1985 oder „Land of the Dead“, 2005) durch die Welt der Lebenden beißt, hat mit den Ethno-Untoten des Volksglaubens wenig zu tun. Mit viel Kunstblut, Plastikmasse und Schminke werden aus den mysteriösen Wesen der Zwischenwelt ekelerregende Gestalten, die Schrecken, Grauen und Panik bei den Zuschauern verbreiten sollen. Der Ekelfaktor ist bei Zombiefilmen, die ein Subgenre des Horrorfilms sind, von zentraler Bedeutung. Ein Zombie-Gore- und Splatter-Streifen ohne visuell detaillierte Metzeleien, Fressorgien und Todesschreie fällt beim Publikum garantiert durch.




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