Gift in den Schulen Schulterschluss im Esslinger PCB-Streit

Von hol 

Die Fraktionen im Esslinger Gemeinderat warnen vor Hysterie und ungeeigneten Schnellschüssen. Doch wie soll es weitergehen?

Immer wieder müssen Schulen von PCB befreit  werden. Foto: Günter Bergmann
Immer wieder müssen Schulen von PCB befreit werden. Foto: Günter Bergmann

Esslingen - Die Versuchung würde nahe liegen. Doch offensichtlich sind alle Verantwortlichen in der Stadt darum bemüht, das Thema PCB-Belastung in Esslinger Schulen und möglicherweise auch in einigen Kindertagesstätten der Stadt aus der nun beginnenden heißen Phase des Kommunalwahlkampfes herauszuhalten.

Parteien nehmen das Problem sehr ernst

So zumindest ist eine gemeinsame Erklärung von SPD, CDU, Freien Wählern und Grünen zu deuten, die sich mit der Bewältigung des Problems auseinandersetzt. „Die gemeinderätlichen Fraktionen nehmen das PCB-Problem an der Zollberg-Realschule, möglichen anderen Schulen, Kindergärten und öffentlichen Gebäuden sehr ernst und sichern den betroffenen Schülern, Lehrern und Eltern zu, zusammen mit der Verwaltung die Belastung mit PCB verunreinigten Stoffen, dort wo Grenzwerte überschritten sind, schnellstmöglich deutlich zu reduzieren“, heißt es da.

Die Fraktionen kritisieren zwar einheitlich die zunächst überaus schleppende Informationspolitik des Esslinger Rathauses, suchen aber in der Sache den Schulterschluss mit der Stadtverwaltung: „Wir erkennen den Willen und die Bereitschaft bei der Verwaltung und beim Eigenbetrieb Städtische Gebäude Esslingen (SGE) an, die PCB-Belastung durch sinnvolle Sanierung zeitnah zu reduzieren oder zu beseitigen“, betonen die Fraktionschefs Andreas Koch (SPD), Jörn Lingnau (CDU), Annette Silberhorn-Hemminger (Freie Wähler) und Carmen Tittel (Grüne).

Öffentlichkeit soll zeitnah informiert werden

Allerdings warnen die Fraktionen vor falscher Hysterie: Um das Problem in den Griff zu bekommen, bedürfe es „einer analytisch untermauerten, sachlichen Herangehensweise und keiner übereilten Schnellschüsse“. Wichtig sei, da sind sich die Fraktionschefs einig, nun die Öffentlichkeit möglichst zeitnah über die Sanierungspläne, die Ergebnisse der zahlreichen in den Gebäuden genommenen Proben und über denkbare Interimslösungen für die Sanierungsphasen zu informieren.