Gigabit-Region Stuttgart startet im Kreis Göppingen durch Per Glasfaser auf die Datenautobahn

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Ohne Wartezeit kompakte Internetseiten aufrufen: So geht das Surfen auf der Glasfaser-Datenautobahn. Den Auftakt in der Region Stuttgart macht ein Betrieb in Deggingen.

Stefan Pfletschinger restauriert Porsche-Motoren. Bei der Beschaffung der Teile profitiert er vom schnellen neuen Internet. Foto: Ines Rudel
Stefan Pfletschinger restauriert Porsche-Motoren. Bei der Beschaffung der Teile profitiert er vom schnellen neuen Internet. Foto: Ines Rudel

Deggingen - Per Knopfdruck ist am Dienstag in Reichenbach im Täle, einem Ortsteil von Deggingen das Gigabit-Zeitalter in der Region Stuttgart eingeläutet worden. Bis zum Jahr 2025 sollen alle Unternehmen und 50 Prozent der Haushalte in 174 Kommunen in der Region von der europaweit einmaligen Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Telekom profitieren. Dafür sind Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro vorgesehen. Außerdem möchte die Gigabit-Region Stuttgart 2019 den Glasfaserausbau in Allmersbach im Tal (Rems-Murr-Kreis), Bempflingen (Kreis Esslingen), Ditzingen-Heimerdingen (Kreis Ludwigsburg) und Weil der Stadt (Kreis Böblingen) voran bringen.

Keine Wartezeit mehr, ein Mausklick genügt

Als erster kann nun der in Deggingen-Reichenbach beheimatete Betrieb von Stefan Pfletschinger, der Motoren und Getriebe für historische Porsche-Fahrzeuge restauriert, einen schnellen Glasfaseranschluss nutzen. „Wenn ich jetzt zum Beispiel auf die Seite eines Onlineshops gehe, sehe ich alles sofort, gleich nach dem ersten Mausklick“, beschreibt der Unternehmer das hohe Tempo seines neuen Internetanschlusses. Dieser schnelle Zugriff aufs Netz sei sehr komfortabel und wichtig für sein Geschäft. Pfletschinger bedient europaweit Kunden mit Porsche Old- und Youngtimern mit Motoren und Getriebeteilen, die er aufbereitet.

„Porsche braucht schnelle Motoren und der Kreis das schnelle Internet“, hier bestehe eine gewissen Verwandtschaft der Themen, stellte der Göppinger Landrat Edgar Wolff gut gelaunt fest. Zwar stehe der Kreis Göppingen mit einem landesweit dritten Platz beim Ausbau der Glasfaserleitungen vergleichsweise gut da, doch es werde bis zum Jahr 2025 dauern, bis kreisweit 90 Prozent der Haushalte, Wirtschaftsunternehmen und Schulen angeschlossen sein werden. Zudem soll die Abdeckung mit dem modernen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) auf 98 Prozent kreisweit gesteigert werden.

Bis 2025 sollen 90 Prozent der Haushalte, Schulen und Betriebe angeschlossen sein

„Porsche braucht schnelle Motoren und der Kreis das schnelle Internet“, hier bestehe eine gewissen Verwandtschaft der Themen, kommentierte der Göppinger Landrat Edgar Wolff gut gelaunt das historische Ereignis. Zwar stehe der Kreis Göppingen mit einem landesweit dritten Platz beim Ausbau der Glasfaserleitungen vergleichsweise gut da. Aber es werde bis zum Jahr 2025 dauern, bis kreisweit 90 Prozent der Haushalte, Wirtschaftsunternehmen und Schulen angeschlossen sein werden. Zudem soll die Abdeckung mit dem modernen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) auf 98 Prozent kreisweit gesteigert werden.

Der Wirtschaftsförderer im Kreis Göppingen, Alexander Fromm, erklärte, ihm sei wichtig, dass gerade eine Firma wie die von Stefan Pfletschinger in Reichenbach den ersten gigabitfähigen Anschluss in Betrieb nehmen könne. Möglichst viele Unternehmen sollten ein solches zukunftsorientiertes Glasfasernetz nutzen können, so Fromm.

Ländliche Regionen sollten nicht abgehängt sein

Die Akteure der Gigabit-Region waren sich darin einig, dass idealerweise eine ländliche Kommune für den Startschuss ins Glasfaser-Zeitalter ausgewählt worden ist. Denn die ländlichen Regionen sollten gegenüber den Städten nicht abgehängt werden, so der gemeinsame Tenor.

Nach dem Auftakt bei Pfletschinger sollen in dem Degginger Ortsteil bis Dezember 240 Haushalte auf die schnelle Datenautobahn einschwenken. Weitere 500 Haushalte könnten schnelle Glasfaseranschlüsse nutzen, erklärte ein Vertreter der Telekom. Dafür würden in der Kommune derzeit fast 70 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und acht Straßenverteiler aufgebaut. Die Kunden könnten zwischen unterschiedlichen Anschlüssen wählen. Reichenbach war von der Telekom unter den sechs Testkommunen in der Region Stuttgart für den Startschuss ausgewählt worden, nachdem dort bereits vor Monaten 150 interessierte Haushalte einen Vorvertrag unterzeichnet hatten.

Hans-Jürgen Bahde, der Geschäftsführer der Gigabit-Region Stuttgart Gesellschaft und Breitbandbeauftragte der Region zog eine positive Bilanz der ersten Ausbauphase: „Es läuft sehr gut an. In jedem der fünf beteiligten Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie in der Stadt Stuttgart sind Bautrupps unterwegs und verlegen Glasfaserkabel bis in die Häuser.




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