Der baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann will massenhaft Energie zu sparen. Bei einem Spitzentreffen soll ein Maßnahmenbündel erarbeitet werden. Worauf müssen sich die Verbraucher einstellen?

Mit einem Gasgipfel will sich die grün-schwarze Landesregierung an diesem Montag (10.00 Uhr) auf eine mögliche Mangellage im Herbst und Winter vorbereiten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat dazu etwa 40 Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Kommunen und von Versorgern ins Neue Schloss in Stuttgart eingeladen. Dabei sollen vor allem Vorschläge gesammelt werden, wie Verbraucher und Industrie schnell Energie sparen können.

Zugeschaltet zu dem Treffen wird der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Von ihm will vor allem Industrie und Handwerk wissen, womit sie in einer Mangellage rechnen müssen. Grundsätzlich haben Privathaushalte bei Ausfällen der Gasversorgung Vorrang vor Unternehmen. Die Frage ist aber, welche Firmen als systemrelevant eingestuft und dann weiterversorgt werden.

Handwerks-Funktionäre warnt vor reinem Spargipfel

Im Vorfeld hat es bereits erste Forderungen und Vorschläge gegeben. SPD-Partei- und Fraktionschef Andreas Stoch etwa brachte einen „Energie-Scheck“ in Höhe von 100 Euro für eine Heizungswartung ins Gespräch. Der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstags, Peter Haas, sagte, dass aus dem Gasnotgipfel kein reiner Spargipfel werden dürfe, auf dem nur Sparvorschläge eingesammelt werden. Auch dürfe es nicht nur bei Appellen an Bürger und Wirtschaft bleibe. „Da muss mehr bei rauskommen.“

Ein Südwestmetall-Sprecher sagte, für die Unternehmen „ist es von enormer Bedeutung, dass sie endlich planbare Kriterien für den Fall einer Gasmangellage an die Hand bekommen, um sich einigermaßen darauf vorbereiten zu können“.

Seit Wochen kursieren Idee und Vorschläge

In den vergangenen Wochen und Tagen sind bereits einige Maßnahmen im Gespräch gewesen. Winfried Kretschmann selbst hatte erwogen, Schwimmbäder zu schließen, sollte es im Herbst und Winter zu einer Energiekrise kommen. Auch die Unternehmen im Land bereiten sich bereits darauf vor, mit weniger Gas auskommen zu können.

Kretschmann will das Land für den Fall vorbereiten, dass Russland als Reaktion auf die westlichen Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine seine Gaslieferungen an Deutschland weiter drosselt. Nach dem Treffen soll es eine Pressekonferenz (12.30 Uhr) geben, unter anderem mit dem Regierungschef, Städtetagspräsident Peter Kurz und EnBW-Chef Frank Mastiaux.