Gitarren statt Knarren Musik gegen Waffen und Gewalt im Alltag

Der Slogan des Wettbewerbs geht auf Udo Lindenberg-Zitat zurück. Foto: dpa
Der Slogan des Wettbewerbs geht auf Udo Lindenberg-Zitat zurück. Foto: dpa

Das Winnender Aktionsbündnis Amoklauf – Stiftung gegen Gewalt an Schulen startet einen Wettbewerb für junge Musiker. Lieder gegen Gewalt werden gesucht. Das Motto stammt von Udo Lindenberg: „Gitarren statt Knarren!“

Rems-Murr: Thomas Schwarz (hsw)
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Winnenden - Der Slogan geht auf Udo Lindenberg zurück. „Gitarren statt Knarren“ hatte der Rockmusiker einst auf jenes Instrument geschrieben, welches er im September 1987 in Wuppertal Erich Honecker überreichte. Der damalige DDR-Staatschef auf Westdeutschlandbesuch wirkte leicht irritiert, so, als überlegte er, ob das eine Provokation oder eine ehrlich gemeinte Aktion für die Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten sein sollte. Letzteres war der Fall, und so passt der Spruch im typischen Lindenberg-Duktus auch hervorragend zu der Aktion des Aktionsbündnisses Amoklauf – Stiftung gegen Gewalt an Schulen, das damit zu einem Wettbewerb für junge Musiker aufruft.

Was macht Waffen cool?

„Ihr habt die Freiheit, der Gewalt etwas gut hörbar entgegenzusetzen“, heißt es in dem Aufruf. „Gitarren statt Knarren – Musik macht Mut“ wird gemeinsam mit dem Kreisjugendring Rems-Murr veranstaltet.

Junge Musiker bis zu einem Alter von 26 Jahren, egal ob solo oder in Bands, sind aufgerufen, sich mit dem Thema Waffen auseinanderzusetzen. „Wir wollen es wissen, wir wollen es hören: Was macht Waffen so cool? Was fasziniert uns so daran?“

Stilistisch sind den Teilnehmern des Wettbewerbs keine Grenzen gesetzt. Egal ob Rap, Pop, Rock, Metal, Punk, Singer-Songwriter oder was auch immer – alles ist erlaubt. Eine fachlich kompetente Jury wählt unter den Einsendungen zehn Finalisten aus, die dann am 17. Dezember in der Winnender Hermann-Schwab-Halle live beim Konzert „Gitarren statt Knarren“ auftreten und ihren Song präsentieren dürfen.

Den Siegern winken nicht nur Geldpreise

Den oder die Gewinner des Wettbewerbs ermitteln sowohl das Publikum als auch eine Jury. Außer der Möglichkeit, vor Zuschauern aufzutreten, winken den Bands und Einzelinterpreten Geldpreise von 300, 200 und 100 Euro. Die Songs werden zudem auf einer CD veröffentlicht, die bundesweit vertrieben wird, und die Sieger machen beim jährlich stattfindenden Wettbewerb „Welcome to Europe“ mit, der im Sommer im Europa-Park Rust ausgetragen wird.

Die Winnender Plattenfirma 7us Media Group organisiert diese Preise, zu denen auch eine von den Esslinger Last Salvation Records gestiftete komplette Aufnahme in ihrem professionellen Tonstudio zählt. Der Geschäftsführer von 7us, Hans Derer, hat einige Erfahrung mit Musikwettbewerben, die einen ernsten Hintergrund haben. Er hat die Wettbewerbe für Bunt statt Braun in Waiblingen aufgebaut, und nicht zuletzt zählte er 1992 zu den Organisatoren des Festivals „Kein Hass im Wilden Süden“ gegen rechte Gewalt.

Bewerben kann man sich per Post oder online

Der Einsendeschluss für „Gitarren statt Knarren“ ist der 30. November. Wer mitmachen will, kann seinen Song per MP3 mailen oder auf einer CD per Post schicken. Außerdem sollen der Text und eine kurze Selbstdarstellung beigefügt sein. „Was man durch Gewalt erwirbt, kann man nur durch Gewalt behalten“, erklärt Gisela Mayer vom Aktionsbündnis, warum dieses den Wettbewerb unterstützt. „Musik aber ist eine internationale Sprache, sie überzeugt, berührt, wird verstanden in allen Teilen der Welt. Wenn wir einander verstehen, müssen wir uns nicht bekämpfen.“




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