Glanzlichter auf dem Schlossplatz Das ist neu auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt

Von Frank Rothfuß 

Hell wird es momentan gar nicht. Da tut es gut, dass uns allen am Mittwoch ziemlich viele Lichter aufgehen. Der Weihnachtsmarkt und die Glanzlichter sorgen für den schönen Schein. Was hat der Weihnachtsmarkt noch zu bieten?

Neu beim Weihnachtsmarkt: Die höchste Krippenpyramide der Welt. Foto: Andreas Rosar
Neu beim Weihnachtsmarkt: Die höchste Krippenpyramide der Welt. Foto: Andreas Rosar

Stuttgart - Mit Ochs und Esel fing alles an. Sie standen an der Krippe, als Jesus geboren wurde. Und sie waren auch da, als der Stuttgarter Weihnachtsmarkt aus der Taufe gehoben wurde. Der begann nämlich im 16. Jahrhundert als Viehmarkt. Daraus ist im Laufe der Jahrhunderte einer der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands geworden. 3,5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr. Wir erklären, was man sonst noch wissen muss.

Wann geht es los?

Die 300 Stände in der Innenstadt öffnen am Mittwoch um 17 Uhr. Die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarktes ist am Mittwoch um 18 Uhr im Hof des Alten Schlosses. Wer dabei sein und den Hymnus-Chorknaben, den Bläsern der Stuttgarter Musikschule und dem Popchor des Musikwerks Stuttgart zuhören möchte, sollte zeitig kommen. Die Zahl der Stehplätze ist knapp. Der Eintritt ist frei. Nach der Eröffnung gehen die 40 000-LED-Lichter am 25 Meter hohen Weihnachtsbaum vor dem Königsbau an. Fünf Helfer haben vier Tage lang die 6,5 Kilometer lange Lichterkette am Baum zu befestigen. Das zeigt, es ist harte Arbeit, trübe Wintertage zu erhellen.

Wie ist der Weihnachtsmarkt geöffnet?

Von Montag bis Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, sonntags von 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 22 Uhr. Am Samstag, 14. Dezember, ist lange Einkaufsnacht, da schließt der Weihnachtsmarkt erst um 22.30 Uhr. Der letzte Tag des Weihnachtsmarktes ist am Montag, 23. Dezember. Die Eisbahn steht noch bis zum 1. Januar auf dem Schlossplatz. Sie ist täglich von 11 bis 22.30 Uhr geöffnet.

Was ist neu?

Bescheidenheit ist ja angeblich eine Zier, doch beim Wettstreit der Weihnachtsmärkte kommt man nicht weit mit ihr. Also muss es ab und an ein Superlativ sein. So ist dieses Jahr eine 26,5 Meter hohe Krippenpyramide zu Gast, unten gibt es Essen und Trinken, oben drehen sich 24 Figuren. Es ist die angeblich größte Krippenpyramide der Welt. Sie steht vor dem Kunstmuseum, weil die Händler im Königsbau keine großen Buden und Geschäfte mehr vor ihren Läden wollten: Sie fürchten, die Kunden würden sonst den Weg in den Königsbau nicht finden.

Was gibt es sonst noch?

Im Innenhof des Alten Schlosses treten jeweils um 18 Uhr Musiker und Chöre aus Stuttgart und der Region auf. Jeden Tag öffnet sich am Rathaus ein Türchen eines Adventskalenders, dahinter verbergen sich Fotos aus den Stadtbezirken. Um 18 Uhr treten auf der Rathaustreppe dann Musiker aus dem jeweiligen Bezirk auf. Von 13.15 bis 13.45 Uhr gibt es Orgelkonzerte in der Stiftskirche. Auf dem Karlsplatz finden wieder der Antikmarkt und das Finnische Weihnachtsdorf statt. In der lebenden Krippe in der Sporerstraße wohnen zwei Lämmchen, zwei Schafe, ein Esel, und zwei Ziegen. Kinder können auf dem Schlossplatz in die Eisenbahn en miniature oder das kleine Riesenrad steigen. Im Rathaus gibt es mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr eine kostenlose Kinderbetreuung.

Was ändert sich für ÖPNV-Nutzer?

Während der Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes ist die Planie für Busse und Taxen gesperrt. Die Linie 42 und 44 halten am Charlottenplatz.

Wer rückt sich sonst noch ins rechte Licht?

Der Premiere folgt die Fortsetzung. Im Vorjahr hatten die Glanzlichter erstmals den Schlossplatz erleuchtet. Auch dieses Jahr soll der zentrale Platz der Stadt nicht im Dunkeln bleiben, acht Leuchtfiguren werden am Mittwoch erstrahlen. Sie verkörpern das Mercedes-Benz-Museum, das Porsche-Museum, den Fernsehturm, das Volksfest, die Wilhelma, die Grabkapelle, das Musical „Aladdin“ und das Stuttgarter Weindorf. Vor dem Neuen Schloss findet jede halbe Stunde eine Licht- und Soundshow statt. Auch die Königstraße bekommt etwas Glanz ab, 110 Bäume erhalten ein LED-Kleid. Inszenierung ist alles im Wettbewerb der Innenstädte und im Kampf gegen den Onlinehandel: Bei Lichte besehen, macht das Einkaufen halt viel mehr Spaß.