Glasfaser in Köngen Pilotprojekt für den Breitbandausbau

In der Nürtinger Straße werden ab Oktober die Wasserleitungen ausgetauscht. Die Zufahrt zum Einkaufszentrum Kö 8 bleibt aber immer möglich. Foto: Ines Rudel

Mi dem Ausbau des Glasfasernetzes und der Erneuerung der Wasserleitungen in der Nürtinger Straße hat der Gemeinderat Köngen über wichtige Projekte entschieden.

Köngen - Die Breitbandversorgung in Köngen wird ausgebaut. Nicht nur Privatkunden, auch etliche Firmen klagen über Probleme, wenn es um schnelles Internet geht. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb mit dem Unternehmen Deutschen Glasfaser Wholesale verhandelt, um das wechselseitige Interesse an einem Glasfaserausbau in Köngen zu beleuchten. Nun soll die Gemeinde Pilotprojekt zur Umsetzung eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus der Deutschen Glasfaser (DG) in der Region werden. Das ist nicht das einzige Großprojekt, das der Gemeinderat in seiner Sitzung in der Eintrachthalle auf den Weg brachte. Die Kommunalpolitiker beschlossen auch, dass die Wasserleitungen in der Nürtinger Straße erneuert werden.

 

Beide Projekte bringen die Infrastruktur der Gemeinde voran. Experten der Deutschen Glasfaser mit Sitz in Borken und in Saarlouis stellten in der Sitzung nicht nur ihre Unternehmensgruppe vor. Sie entwarfen auch bereits konkrete Perspektiven für den Glasfaserausbau in der Gemeinde. Hinter dem Kürzel „FTTH“ (Fiber To The Home) verbirgt sich das Konzept, Glasfaserkabel direkt in die Häuser zu verlegen. Die alten Kupferkabel bringen nach den Worten der Experten nämlich den Nachteil von „Leistungsverlusten und Störanfälligkeit“ mit sich. Mit Glasfaserkabeln, die bis in jede Wohnung verlegt werden, ließen sich „Geschwindigkeiten und Stabilität“ garantieren. Markus Grupp, der Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung im Kreis Esslingen, war in der Sitzung ebenfalls dabei. Er und sein Team haben das Angebot geprüft und wollen die Gemeinde Köngen nun bei der Umsetzung unterstützen. Grupp sieht im umfassenden Glasfaser-Ausbau „eine große Chance für die Gemeinde Köngen“. In Zeiten des digitalen Wandels sieht der Experte erheblichen Nachholbedarf.

Damit das Pilotprojekt in Köngen erfolgreich starten kann, ist allerdings eine Vorvermarktungsquote von 33 Prozent aller Anschlussnehmer erforderlich. Andernfalls ließe sich der Ausbau für das Unternehmen nicht wirtschaftlich realisieren. Erst, wenn diese Zahl an Vorverträgen abgeschlossen ist, beginnt der Ausbau. Um den Vertrieb und um die Information werden sich die Mitarbeiter der DG kümmern. Dass die Kommune da tatkräftig mit unterstützen wird, steht für Bürgermeister Otto Ruppaner außer Frage. Er kämpft in Köngen auf vielen Ebenen für die Digitalisierung. Nach der Sommerpause soll der Vertrieb bereits beginnen. Wenn die Quote erreicht ist, soll der Ausbau beginnen. Als Start für den Netzausbau peilen die Partner das Frühjahr oder den Frühsommer 2022 an.

Bei den Gemeinderäten stieß das Projekt quer durch die Fraktionen auf großen Zuspruch. Der Landwirt Michael Hermann (CDU) verwies auf die Aussiedlerhöfe in Köngen, die aus seiner Sicht dringend ans schnelle Internet angebunden werden müssen. Günter Hoffelner (Freie Wähler) verwies auf den dringenden Bedarf der Köngener Gewerbetreibenden, die auf schnelles Internet ganz besonders angewiesen seien.

Nach Abschluss des Kooperationsvertrags geht die Deutsche Glasfaser nun die nächsten Schritte. Zunächst wird es in Gesprächen mit Vertretern der Gemeindeverwaltung um die Nachfragebündelung gehen. Dann übernimmt die Bauabteilung den Ausbau des Glasfasernetzes. Wie dieser Ausbau technisch ausgeführt wird, skizzierten die Experten in ihrer Präsentation.

Ein weiteres wichtiges Projekt brachten die Köngener Gemeinderäte mit der Erneuerung der Wasserleitungen in der Nürtinger Straße auf den Weg. Ziel ist es nach den Worten von Ortsbaumeister Oliver Thieme, die Löschwasserversorgung in dem Gewerbegebiet zu verbessern, in dem auch das große Einkaufszentrum Kö 8 liegt. Im Falle eines Großbrandes würden die bisherigen Kapazitäten da an Grenzen stoßen. Deshalb sollen die Leitungen von bisher 100 oder 80 auf eine Nennweite von 100 vergrößert werden. Die bestehenden Graugussleitungen sind in einem schlechten Zustand und müssen erneuert werden. Im Abschnitt Imanuel-Maier-Straße bis Wilhelm-Maier-Straße wird die neue Leitungstrasse in öffentlichen Flächen verlegt, nicht wie bisher in privaten Flurstücken.

Die Bauarbeiten sollen am 18. Oktober beginnen und bis spätestens 8. März 2022 fertig sein. Thieme rechnet mit einer Bauzeit von 15 Wochen. Dass der Handlungsbedarf groß ist, steht für den Köngener Ortsbaumeister außer Frage. In der Wilhelm-Maier-Straße gab es im Februar einen Rohrbruch. Da die Straße in einigen Phasen gesperrt werden muss, wird es eine Umleitung auf einer Nebenstraße am Kö 8 geben.

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