Glasfasernetz in Wolfschlugen Mehr Speed auf der Datenautobahn

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In Wolfschlugen wird das Glasfasernetz flächendeckend ausgebaut. Auch andere Kommunen in der Region drücken aufs Tempo.

Über Glasfaserkabel sollen  Firmen und Privathaushalte schnelles Internet bekommen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Über Glasfaserkabel sollen Firmen und Privathaushalte schnelles Internet bekommen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wolfschlugen - Durchbruch für den Ausbau der Internetversorgung: Am Montag haben der Wolfschlugener Bürgermeister Matthias Ruckh und Vertreter der Firma Deutsche Telekom einen Vertrag zum flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes unterschrieben. Von Oktober 2022 an können rund 3500 Haushalte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde durchs Netz surfen.

Die Gigabit-Region Stuttgart treibt die Versorgung voran

Der Ausbau des Wolfschlugener Netzes fußt auf zwei Säulen. Ein Teil der Haushalte wird im Rahmen eines Förderprojekts für Kommunen angeschlossen, die lediglich über eine Anbindung von weniger als 30 Mbit pro Sekunde verfügen und als unterversorgt gelten. Fördergelder in diesem sogenannten Wirtschaftslückenmodell kommen von Bund und Land.

Die zweite Säule ist ein Eigenausbau der Deutschen Telekom, den das Unternehmen komplett selbst finanziert. Wolfschlugen ist die erste Gemeinde, in der die Förderung und der Eigenausbau im Gebiet der Gigabit-Region Stuttgart im selben Zug umgesetzt werden. Wolfschlugen hat die Nase beim Ausbau des Glasfasernetzes zwar vorn, doch auch andere Kommunen haben die Auffahrt auf die schnelle Datenautobahn inzwischen genommen. Im Mai unterzeichnete die Gigabit-Region Stuttgart mit der Firma Deutsche Telekom einen Vertrag zum Ausbau des Breitbandnetzes. Beteiligt an der Gesellschaft sind die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart und die fünf Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr.

Im Kreis Esslingen bewegt sich einiges

Das Ziel ist ehrgeizig: Bis zum Jahr 2025 sollen alle Unternehmen in Gewerbegebieten sowie die Hälfte der Haushalte versorgt sein. Bis 2030 sollen dann sogar 90 Prozent der Haushalte einen Zugang zum Höchstgeschwindigkeitsinternet im Gigabitbereich auf Glasfaserbasis haben. Um dies zu erreichen, sind erhebliche Investitionen vorgesehen. Zusammen werden 1,6 Milliarden Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes gesteckt. Dabei entfallen 1,1 Milliarden auf die Deutsche Telekom und 500 000 Millionen Euro auf die Kommunen. Derzeit beteiligen sich 174 von 179 Städten und Gemeinden an dem Investitionsprogramm.

Sichtbar ist der Ausbau im Kreis Esslingen unter anderem in Bempflingen. Dort wird seit Juli gebaut. Laut dem Wirtschaftsförderer für den Landkreis Esslingen, Markus Grupp, stehen derzeit kreisweit rund ein Dutzend Kommunen in den Startlöchern oder sind bereits unterwegs.

Schnelles Internet ist ein Standortfaktor

„Wir sind zwar noch am Anfang, aber es passiert schon relativ viel hier“, sagt Grupp. In Lichtenwald etwa sei die Vorvermarktung angelaufen, Deizisau, Denkendorf und Weilheim seien ebenfalls mit dabei. Und in Esslingen wird das Gewerbegebiet Neue Neckarwiesen ans Glasfasernetz angeschlossen.

Matthias Ruckh ist überzeugt, dass sich die Investitionen in den Netz-Ausbau bezahlt machen: „Sie steigern den Wert von Immobilien und fördern die Ansiedlung von Firmen.“ Eine zukunftsfähige Infrastruktur sei zum harten Wirtschaftsfaktor geworden. Home-Office-Arbeitsplätze etwa erleichterten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.




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