Weckruf für den Winter: Eisglätte auf Stuttgarter Brücke führt zu gefährlichen Auffahrunfällen – warum Brücken so tückisch sind.

Digital Desk: Michael Maier (mic)

Winterzeit ist Glättezeit – das gilt besonders für Autofahrer. Während man auf freier Strecke oft auch bei Frost noch relativ sicher unterwegs sein kann, lauern auf Brücken mitunter tückische Gefahren. Der Dienstagmorgen in Stuttgart hat die Gefahren wieder einmal vor Augen geführt: Auf der König-Karls-Brücke in Bad Cannstatt kam es gegen 5.40 Uhr zu mehreren Auffahrunfällen aufgrund von Straßenglätte.

 

Solche Ereignisse sind leider keine Seltenheit, denn Brücken gelten als besonders anfällig für die Bildung von Eis und Glätte. Aber warum ist das so?


Glatteis auf Brücken im Winter - Auskühlung von oben und unten

Der Hauptgrund für die erhöhte Glättegefahr auf Brücken liegt in ihrer Bauweise. Im Gegensatz zu Straßen, die auf dem Erdreich liegen und von dessen Wärme profitieren, sind Brücken von allen Seiten der kalten Luft ausgesetzt. Das bedeutet:

  • Schnellere Auskühlung: Die Brückenfahrbahn kühlt deutlich schneller aus als der normale Straßenbelag. Schon bei geringen Minusgraden kann sich hier Eis bilden, während die Straße noch „frei“ ist.
  • Keine Erdwärme: Die isolierte Lage verhindert, dass die natürliche Wärme des Erdreichs die Fahrbahn temperiert.
  • Wind: Brücken sind oft stärker dem Wind ausgesetzt, was die Auskühlung zusätzlich beschleunigt.

Tückische Eisbildung auf Brücken

Die Kombination dieser Faktoren führt dazu, dass sich auf Brücken besonders schnell und unvorhersehbar Eis bilden kann – oft in Form von:

  • Blitzeis: Eine dünne, kaum sichtbare Eisschicht, die sich blitzartig bildet, wenn unterkühlter Regen auf die kalte Fahrbahn trifft.
  • Reifglätte: Entsteht durch das Gefrieren von Luftfeuchtigkeit auf der kalten Oberfläche.
König-Karls- Brücke in Bad Cannstatt. (Foto: Archiv) Foto: Lichtgut

Glatteis-Gefahr auf Brücken

Wer im Winter unterwegs ist, sollte sich der besonderen Gefahren auf Brücken bewusst sein und folgende Tipps beherzigen:

  • Vorausschauend fahren: Geschwindigkeit anpassen und Abstand zum Vordermann vergrößern.
  • Besondere Vorsicht bei Temperaturstürzen: Wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt schwanken, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
  • Brückenwarnschilder beachten: Achten Sie auf entsprechende Warnhinweise.
  • Sanft lenken und bremsen: Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, um die Stabilität des Fahrzeugs nicht zu gefährden.
  • Situative Winterreifenpflicht beachten: Eine gute Bereifung ist das A und O für sicheres Fahren im Winter.

Brücken sind im Winter neuralgische Punkte im Straßenverkehr. Wer sich der besonderen Gefahren bewusst ist und seine Fahrweise entsprechend anpasst, kann das Risiko von Unfällen deutlich reduzieren. Eine gute Vorbereitung und vorausschauendes Handeln sind der beste Schutz vor Glätteunfällen auf Brücken.