Glemstalschule in Schwieberdingen Keine Chance mehr für die Oberstufe

Von Franziska Meißner 

Lange ist über eine mögliche Oberstufe an der Glemstalschule gerungen worden, über die es innerhalb des Schulträgers Dissens gab. Einer möglicherweise letzten Option erteilt das Kultusministerium eine Absage.

Eine Sekundarstufe II wird es an der Glemstalschule in Schwieberdingen nicht geben. Foto: factum/Granville
Eine Sekundarstufe II wird es an der Glemstalschule in Schwieberdingen nicht geben. Foto: factum/Granville

Hemmingen/Schwieberdingen - Das finale Votum steht zwar erst am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands an – aber schon vorher ist klar, dass die Debatte über eine mögliche gymnasiale Oberstufe an der Glemstalschule in Schwieberdingen beendet ist.

Anfang November hatte der Hemminger Gemeinderat, der die Schule zusammen mit Schwieberdingen trägt, dieser eine deutliche Absage erteilt – im Gegensatz zu seinem Schwieberdinger Pendant, das diese Oberstufe forciert hatte. Weil beide Gremien ihre Entscheidung schon getroffen haben – Schwieberdingen für, Hemmingen gegen eine gymnasiale Oberstufe – ist das Votum am Donnerstag ein rein formelles. Bei einem Patt gilt der Antrag, bei dem es streng genommen nur um eine neue Machbarkeitsstudie geht, als abgelehnt.

Damit hat eine lange Debatte ihr Ende gefunden, in der sich die Ansichten der beiden Gremien teils diametral gegenüberstanden. Nichtsdestotrotz hatten sich beide Partner geeinigt, „bei Bedarf“ eine Oberstufe anzustreben.

Der Bedarf scheint gegeben; auf einer Unterschriftenliste für die Oberstufe haben mehr als 400 Eltern unterzeichnet. Trotzdem stimmte die Mehrheit in Hemmingen unter anderem aus Kostengründen dagegen – und schob den Ball den Schwieberdingern zu. Die Kommune, so ein gemeinsamer Beschlussvorschlag von CDU, Freien Wählern und FDP, könne die Oberstufe ja alleine tragen – selbstverständlich ohne Kostenbeteiligung durch Hemmingen. Dieser Vorstoß ist nicht nur beim Schwieberdinger Bürgermeister Nico Lauxmann auf Ablehnung gestoßen. „Eine Teilung der Schulträgerschaft ist keine umsetzbare und realistische Option“, ließ Lauxmann nach dem Votum des Hemminger Gemeinderats verlauten. „Wie eine solche Teilung in der Praxis funktionieren sollte, ist mir nicht ersichtlich.“ Hinzugekommen wären die hohen Kosten für bauliche Veränderungen, die Schwieberdingen alleine hätte tragen müssen.

Eine Schule, ein Schulträger

Auch aus Sicht des Kultusministeriums ist die geteilte Trägerschaft keine Option. Eine Schule, teilt die stellvertretende Pressesprecherin Christine Sattler auf Nachfrage mit, könne nur einen Träger haben. Eine Oberstufe wäre Teil der Gemeinschaftsschule und „kann daher keinen anderen Schulträger haben“.

Viele Eltern dürften nun enttäuscht sein – wie sie es auch bei der Entscheidung im Hemminger Gemeinderat Anfang November zahlreich zum Ausdruck gebracht haben. Bei der CDU fühlt man sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. In einer Pressemitteilung begründet die Fraktion ihre Entscheidung gegen die Oberstufe. Dass Eltern nun enttäuscht seien, weil die Schule damit geworben habe, dass alle Abschlüsse möglich seien, sei Schuld der Schulleitung – schließlich sei selbst bei einem positiven Votum aus Hemmingen unklar, ob die Schule den Zuschlag für eine Oberstufe überhaupt bekäme. Das Kultusministerium hätte wohl erst im Jahr 2018 eine Grundsatzentscheidung treffen wollen.

Nur an wenigen Gemeinschaftsschulen im Land soll es eine Sekundarstufe II geben. Welche Chancen die Glemstalschule dabei gehabt hätte, ist unklar. Im Gemeindeverwaltungsverband blickt man unterdessen nach vorn: Gemeinsam mit Schulleitung und Staatlichem Schulamt sollen mögliche Kooperationen mit Gymnasien in der Umgebung ausgelotet werden.




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