Glemstalschule Schwieberdingen-Hemmingen Stunde der Wahrheit für Gemeinschaftsschule

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Oberstufe mit der Möglichkeit, ein Abitur zu machen – oder nicht? Für die Glemstalschule in Schwieberdingen fällt an diesem Dienstag eine wichtige Vorentscheidung. Die Eltern fürchten Schlimmes . . .

Wohin geht die Reise für die Glemstalschule? Foto: factum/Granville
Wohin geht die Reise für die Glemstalschule? Foto: factum/Granville

Hemmingen - Der Punkt auf der Tagesordnung klingt nur wie eine Formalie. Über die „weitere Vorgehensweise bei der Einrichtung einer möglichen Sekundarstufe II an der Glemstalschule“ berät der Hemminger Gemeinderat an diesem Dienstagabend. Doch für viele Eltern, deren Kinder die Schule besuchen, birgt der Punkt viel Brisanz. So viel, dass knapp 400 Unterschriften gesammelt wurden. Und viele von ihnen werden im Sitzungssaal des Rathauses erwartet.

Im Kern geht es um die Frage, ob die Gemeinschaftsschule, die Schwieberdingen und Hemmingen gemeinsam als Schulträger betreiben, künftig – wie ursprünglich geplant – eine gymnasiale Oberstufe erhält oder nicht. Eine wichtige Vorentscheidung dafür wäre es, wenn der Schulträger ein Gutachten in Auftrag gibt, das die Voraussetzungen für die Sekundarstufe II nachweisen soll. Die Gemeinderäte in Schwieberdingen haben dafür votiert. Jetzt ruhen alle Blicke auf Hemmingen.

„Das wäre ein ganz starkes Signal“

„Das ist noch kein endgültiger Beschluss. Aber es wäre ein ganz starkes Signal, dass man die Oberstufe will“, sagt Anja Cruse, Vorsitzende des Elternbeirats der Glemstalschule. Dennoch hat sie Bauchgrimmen und sagt: „ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“ Sollten die Hemminger Räte das Gutachten mehrheitlich ablehnen, wären die Folgen simpel: Es würde kein Gutachten in Auftrag gegeben. Wegen der gemeinsamen Schulträgerschaft haben beide Gemeinden je 50 Prozent der Stimmen in der Schulträgerversammlung. Ein Patt hieße: Nein.

Tatsächlich ist es zurzeit noch völlig offen, wie sich die Hemminger Räte entscheiden. Die Verwaltung wirbt in ihrer Sitzungsvorlage für das Gutachten – und damit auch für die Oberstufe. Der Bürgermeister Thomas Schäfer spricht sich ebenfalls dafür aus, hob aber bisher stets darauf ab, dass „das letzte Wort das Land“ habe. Sprich: nur das Kultusministerium kann letztlich entscheiden, welche Gemeinschaftsschulen eine Sekundarstufe II bekommen. Entschieden wird aber nur, wenn der Schulträger auch einen Antrag stellt.

Wird die Kooperation „fahrlässig zerstört“?

Auch die Hemminger SPD hat sich für die Oberstufe ausgesprochen. Deren Fraktionschef Wolfgang Stehmer spricht von der „wichtigsten Sitzung des Hemminger Gemeinderats im Jahr 2016“. Seine Fraktionskollegin Elke Kogler, die auch im Gemeindeverwaltungsverband sitzt, ergänzt, man würde „fahrlässig die kommunale Zusammenarbeit mit Schwieberdingen irreparabel zerstören“, wenn man das Projekt der Oberstufe nun gefährde.

Bei den anderen Fraktionen, allen voran in der CDU, gibt es hingegen große Vorbehalte. So wird argumentiert, dass die Gemeinde Hemmingen immer mehr Geld für immer mehr Schüler, die von außerhalb kommen, bezahlen müsse. Zudem seien für eine Oberstufe kostspielige Ausbaumaßnahmen notwendig, um die vielen zusätzlichen Schüler unterzubringen. „Das würde die Haushalte der beiden Kommunen „auf Jahre hinaus ruinieren“, hatte der Hemminger CDU-Fraktionschef Walter Bauer bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung dargelegt.

Anja Cruse vom Elternbeirat hält diese Argumente für vorgeschoben. „Wenn man will, findet man auch einen Weg.“ Sie befürchtet, dass die Glemstalschule ohne Oberstufe „unter Realschul-Niveau“ fallen könnte, weil Eltern ihre Kinder dann lieber auf ein Gymnasium schicken würden.




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