Global Footprint Network Ab Montag lebt die Menschheit ökologisch auf Pump

Von red/KNA 

Rein rechnerisch beansprucht die Weltbevölkerung Umweltschützern zufolge mittlerweile 1,75 Erden. Deutschland hatte seine natürlich verfügbaren Ressourcen für 2019 bereits am 3. Mai aufgebraucht.

Der Erdüberlastungstag markiert den Tag, ab dem die Menschheit aus ökologischer Sicht über ihren Verhältnissen lebt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Der Erdüberlastungstag markiert den Tag, ab dem die Menschheit aus ökologischer Sicht über ihren Verhältnissen lebt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bonn - Ab kommenden Montag lebt die Menschheit ökologisch auf Pump. Bereits am 29. Juli habe die Menschheit das Budget der Natur für dieses Jahr aufgebraucht, teilte das Global Footprint Network am Dienstag in Berlin mit. Der in jedem Jahr errechnete „Erdüberlastungstag“ hatte im vergangenen Jahr noch auf dem 1. August gelegen. Rein rechnerisch beansprucht die Weltbevölkerung nach Angaben der Umweltorganisationen mittlerweile 1,75 Erden. Deutschland hatte seine natürlich verfügbaren Ressourcen für 2019 bereits am 3. Mai aufgebraucht.

„Weltweit und auch hierzulande werden die gravierenden Folgen der Übernutzung und der Klimakrise immer sichtbarer“, erklärten Germanwatch, das Global Footprint Network und weitere Umweltorganisationen. Die Bundesregierung müsse mit einem Klimaschutzgesetz und einem CO2-Preis noch in diesem Jahr gegensteuern sowie wirkungsvolle Anreize zur Ressourcenschonung setzen.

Plädoyer für ambitionierte Klimapolitik

„Statt ökologisch gegen die Wand zu fahren, wäre es für Deutschland von Vorteil, wenn sich seine Regierung für eine wesentlich ambitioniertere Energie-, Verkehrs- und Agrarpolitik stark machen und sich von der ressourcenintensiven und wachstumsbesessenen Wirtschaftsweise befreien würde“, sagte Mathis Wackernagel vom Global Footprint Network. Myriam Rapior aus dem Bundesvorstand der BUNDjugend erklärte: „Meine Generation will nicht länger zuschauen, wie wir unserer Lebensgrundlage beraubt werden. Die Politik muss jetzt Entscheidungen fällen, um die systematische Zerstörung unseres Planeten zu beenden. Ansonsten werden wir 2050 auf einer kaputten Erde voller sozialer Konflikte leben.“

Stefan Küper von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch forderte eine am CO2-Ausstoß orientierte und sozial ausgestaltete Steuerreform und die Einleitung einer echten Verkehrswende. „Der Verkehrssektor ist der einzige Bereich hierzulande, in dem die Emissionen seit 1990 nicht gesunken sind.“

Der Erdüberlastungstag markiert den Tag, ab dem die Menschheit aus ökologischer Sicht über ihren Verhältnissen lebt. Das bedeutet, dass die Menschheit vom 1. Januar bis zum 29. Juli so viel von der Natur verbraucht haben wird, wie die Ökosysteme der Erde im ganzen Jahr erneuern können.