Glosse Alles außer Böblingen

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Ein Regisseur plaudert über Staus, Zombies und Außerirdische – mit sich selbst.

Dies ist keine Szene aus dem Böblinger Straßenbild. Foto: AFP
Dies ist keine Szene aus dem Böblinger Straßenbild. Foto: AFP

Böblingen - Texte, die ungefragt Redaktionen erreichen, sind vielfach verdächtig. Wie dieser hier mit dem Betreff: „Warum nicht in Böblingen?“ Lokalpatriotisch möchte man erwidern: Warum nicht in San Francisco? Womöglich war die Reise dorthin zu teuer, aber dies ist Spekulation. Der sich Böblingen verweigert, heißt Armin Schnürle und ist Regisseur. Warum er nicht in Böblingen drehte, erklärt er in einem Interview. Womit der Verdacht nahe liegt, dass Schnürle mit Schnürle plauderte und das Protokoll des Selbstgesprächs mit wechselnden Überschriften an Lokalredaktionen verschickt: Warum nicht in Sindelfingen, in Herrenberg, Leonberg, Ludwigsburg, Calw? Aber so war es nicht. Schnürle beharrt darauf, ausdrücklich nur in Böblingen nicht gedreht zu haben.

Gewiss berechtigt ist der Verdacht, dass er beabsichtigt, für seinen neuen Film zu werben. Bitte sehr: „Tod aus dem All“ ist das Werk betitelt. Es spielt überall im Irgendwo, außer eben in Böblingen, und ist die vierte Folge der Reihe namens Village People, was sich auch despektierlich übersetzen ließe. Lassen wir das. Schnürles Leute vom Dorf schießen reichlich rum und rasen mit Autos hintereinander drein. Ganz wie im wahren Leben. Ab und an blitzen nackte Brüste ins Bild, weil auf dem Lande die Lederhose lodert. Folge drei der Village-People-Serie trug den feinhumorigen Untertitel „voll Porno“, und das fiktive Dorf des Geschehens heißt Schweinbach. Dies dürfte genügen für einen ersten Eindruck.

Jetzt also Tod aus dem All. Der Titel nährt den Verdacht, dass Außerirdische das Leben der Dorfbewohner auszulöschen gedenken oder gleich das ganze Dorf. Und so ist es. Dass die bedauernswerten Ländler sich in Zombies verwandeln, ist auch nicht zu viel verraten, denn Schnürle verrät es selbst, nebst dem Grund, aus dem er nicht in Böblingen drehte: Außerirdischen sei der Weg dorthin versperrt. Baustellen, Staus und Umleitungen verhinderten, dass sie Böblingen fänden. Mithin wären dort gedrehte Szenen unglaubhaft. Dies mag als Scherz gedacht sein, aber Frevler behaupten, es sei eine Lüge. Außerirdische würden Böblingen sehr wohl finden, schließlich gebe es Navis, nur würden im Böblinger Straßenbild Zombies nicht weiter auffallen. Dieser Verdacht entspricht in keiner Weise den Tatsachen, außer vielleicht nachts.

Den Tod aus dem All zeigt am 18. April das Filmzentrum Bären. In Böblingen.