Glosse zu Stuttgart 21 Nix mit Häppchen auf dem S-21-Beobachtungspodest

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Für S-21-Baustellenbeobachter gibt es im Schlossgarten ein eigens eingerichtetes Podest. Doch Vorsicht, es gibt strenge Regeln, damit die Besucher ordnungsgemäß die Aussicht auf das Milliardenprojekt genießen können.

Ohne anständigen Haftungsausschluss ist eine ordnungsgemäße Nutzung des S-21-Beobachtungspodests nicht möglich. Foto:  
Ohne anständigen Haftungsausschluss ist eine ordnungsgemäße Nutzung des S-21-Beobachtungspodests nicht möglich. Foto:  

Stuttgart - Es muss alles seine Ordnung haben. Auch auf einer Großbaustelle, auch bei einem Milliardenprojekt. Und deshalb ist eine Stuttgart-21-Beobachtungsplattform ohne förmliche Gebrauchsanweisung nicht denkbar.

Das provisorische, aber immerhin überdachte Metallbauwerk steht beim Planetarium, Blickrichtung Hauptbahnhof, also da, wo früher der Schlossgarten war. Und um von vornherein keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass dieses Podest ausschließlich als Ausblick auf die Baustelle von Stuttgart 21 dient, steht auf dem sogenannten „Haftungsausschluss“ gleich ganz oben: „Dieses Podest dient ausschließlich als Ausblick auf die Baustelle von Stuttgart 21.“ Und jegliche andere Nutzung sei unzulässig.

Wer also dort herumfahren, campieren oder übernachten will (sich die Nase putzen oder an den Kopf fassen wird ja wohl noch erlaubt sein), weiß von vornherein, dass das auf gar keinen Fall geht. Veranstaltungen jedweder Art sind dort auch nicht erlaubt: „Es ist untersagt, das Podest für Veranstaltungen jedweder Art zu nutzen.“ Dies richtet sich bestimmt auch an die Adresse von Stuttgart-21-Freunden, die vielleicht schon ein organisiertes Baustellen-Watching mit Häppchen, Sekt und Jubelchören geplant haben.

Apropos Häppchen: Die Nahrungsaufnahme ist auf der Blechbühne zwar nicht explizit untersagt. Halblegale Stehpicknicker sollten aber auch den letzten Hinweis auf der Handreichung nicht übersehen: „Bitte nehmen Sie Ihren Müll mit und entsorgen ihn in den dafür vorgesehenen Behältern. Vielen Dank!“

Aber bitte, gern geschehen!

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