Glosse zur Zorniger-Entlassung Auch ein Klassenprimus kann scheitern

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Alexander Zorniger und Frank Kramer haben ihren Trainerlehrgang beim Deutschen Fußball-Bund einst als Beste abgeschlossen – und wurden jetzt doch von ihren Vereinen entlassen. Eine Glosse von Thomas Haid.

Alexander Zorniger ist beim VfB abgetreten. Foto: dpa 8 Bilder
Alexander Zorniger ist beim VfB abgetreten. Foto: dpa

Stuttgart - Damit an dieser Stelle keine Missverständnisse entstehen, halten wir fest, dass der VfB jetzt Alexander Zorniger entlassen hat und nicht Frank Wormuth. Und Fortuna Düsseldorf hat diese Woche auch nicht Frank Wormuth entlassen, sondern Frank Kramer. Frank Wormuth wird eh nicht entlassen. Dazu gibt es keinen Grund – oder höchstens den, dass er als Oberlehrer der DFB-Trainerschule sowohl Zorniger als auch Kramer ausgebildet und beurteilt hat – mit der Abschlussnote eins als Klassenbeste ihres Lehrgangs.

Aber so ist das halt nicht nur im Fußball gelegentlich mit Lehrern und Oberlehrern und mit guten und schlechten Noten. Lehrer können sich täuschen, Musternoten sind manchmal ein Muster ohne Wert, das wissen wir alle. Der schlimmste Irrtum dürfte aber nicht Wormuth unterlaufen sein. Favorit ist der Lehrer von Albert Einstein. Das Genie musste das Gymnasium mit 15 Jahren verlassen.

Aber auch andere Lehrer liegen gut im Rennen um die größte Fehleinschätzung – mit diesen prominenten Sitzenbleibern: Thomas Mann, Otto Waalkes, Harald Schmidt, Christian Wulff, Johannes B. Kerner, Peer Steinbrück, Edmund Stoiber, Guido Westerwelle, Hermann Hesse, Winston Churchill – und Mehmet Scholl. Ihn erwähnen wir, weil diese Glosse hier im Sportteil steht und deshalb natürlich auch etwas mit Sport zu tun haben muss.

P.S.: In die Reihe mit Mann und Co. gehört auch der Autor dieser Zeilen – was jedoch nicht heißen soll, dass das damals eine Fehlentscheidung des Lehrers war.