Glühweinverkauf rund um Leonberg Eine Stadt bittet Weihnachtsmarkt-Besucher, eigene Tassen mitzubringen

, aktualisiert am 27.11.2025 - 14:16 Uhr
Glühwein gehört zum Weihnachtsmarkt: Aber braucht es dafür eine eigene Tasse? Foto: Christoph Schmidt/dpa

Pfandtassen, ungeliebte Einwegbecher oder doch ein eigenes Trinkgefäß? So wird in und um Leonberg auf Weihnachtsmärkten der Glühweinausschank geregelt. Einige Beispiele.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein? Für viele unvorstellbar. Aber muss er aus der eigenen Tasse sein? Seit einigen Jahren schon bitten einige Kommunen die Besucherinnen und Besucher ihrer Weihnachtsmärkte, doch eigene Trinkgefäße mitzubringen. Das hatte in der Vergangenheit mehrere Gründe, unter anderem spielte die Vermeidung von Einwegbechern eine Rolle. Aber auch Engpässe beim Spülen wurden genannt.

 

Wie ist es in diesem Jahr? Wo sollten – oder müssen – die Menschen ihre eigenen Becher oder Tassen mitbringen? Wir haben exemplarisch bei einigen Kommunen nachgefragt.

In Leonberg gibt’s an allen Hütten Glühwein oder Punsch

Zunächst die gute Nachricht für alle Leonberger Glühwein-Connaisseure: Beim Adventsdörfle in Leonberg, das an den ersten drei Adventswochenenden in die Altstadt lockt, wird an allen neun Hütten Glühwein oder Punsch ausgeschenkt. „Gegen Pfand sind an allen Ständen Leonberg-Tassen erhältlich, die an jeder beliebigen Hütte zurückgegeben werden können“, sagt die Verwaltungs-Pressesprecherin Leila Fendrich. Aber: Gäste können auch gerne ihre eigenen Tassen mitbringen. „Für die Hygiene gewähren wir einen kontaktlosen Ausschank.“

Das Leonberger Adventsdörfle: An drei Wochenenden fließt auch hier der Glühwein. Foto: Simon Granville

Der Adventsmarkt in Rutesheim findet an diesem Samstag, 29. November, statt. Die Stadt bittet ausdrücklich darum, die eigene Tasse mitzubringen. „Hintergrund ist, dass wir wegwollen von einem enormen Müllaufkommen bei Papp- oder Plastikbechern, und dass dies mit einer eigenen Tasse am besten gehandelt werden kann“, sagt die Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Für die Ausgabe von Einweg-Gefäßen für Getränke wird ein Zuschlag von einem Euro je Gefäß erhoben. Derzeit sind laut Widmaier auf dem Adventsmarkt 16 Stände angemeldet, die – unter anderem – Glühwein und andere Getränke ausschenken.

Die Gerlinger Eisbahn eröffnet am 5. Dezember. Dorthin müssen oder sollten die Besucherinnen und Besucher keine eigenen Tassen mitbringen. „Sie erhalten am Verkaufsstand Tassen, auf die ein Pfand erhoben wird“, teilt Sofie Neumann vom Haupt- und Kulturamt mit. Durch die einheitlichen Tassen werde ein „besonderes, weihnachtliches Ambiente“ geschaffen. „Die Erfahrungen waren diesbezüglich immer sehr positiv, ebenfalls was die Rückgabe betrifft“, so Neumann. Im Rahmen der Eisbahn wird es zwei Glühweinstände geben.

Eigene Glühweintassen? In Ditzingen ist das (noch) nicht angesagt

Der Ditzinger Adventszauber geht vom 5. bis 7. Dezember. Dort nutzen Vereine und gewerbliche Anbieter ihre eigenen Tassen – mit oder ohne Pfand. „Die Ausgestaltung des Pfandsystems liegt bei jedem Bewirtenden selbst“, antwortet Anja Beyerle vom Stadtmarketing auf die Anfrage unserer Zeitung. Der Verein Aktive Wirtschaft Ditzingen sowie das Stadtmarketing hätten jedoch eigene „Ditzinger Adventszauber-Glühweintassen“ produzieren lassen. „Bewirtende können diese vorab zu einem günstigen Stückpreis bei uns erwerben und am Veranstaltungswochenende an Gäste weiterverkaufen“, erklärt Beyerle.

Allerdings: Gäste können durchaus auch ihre eigenen Tassen mitbringen. „In Ditzingen kommt das jedoch bislang selten vor.“ Geschirr und Besteck können von den Anbietern beim städtischen Betriebshof ausgeliehen werden. Einweggeschirr ist grundsätzlich verboten, sowohl bei Tassen und Bechern als auch bei Tellern, Schalen und Besteck. Für das Spülen steht allen Bewirtenden kostenlos ein großes Spülmobil zur Verfügung.

Mehrweg ist auch in Ditzingen beim Glühwein ein Thema

„Unsere Erfahrung zeigt, dass das Thema ‚Mehrweg’ eine Herausforderung ist“, fügt Beyerle hinzu. Für die Vereine bedeute es zusätzlichen Aufwand, aber mit Klarheit und Konsequenz habe man langfristig das gewünschte Ziel erreicht. „Durch die verschiedenen angebotenen Lösungen versuchen wir, den Beteiligten das Handling zu erleichtern.“ Die Gäste zum Kauf oder Mitbringen einer eigenen Tasse zu verpflichten, das wird Ditzingen bislang noch nicht umgesetzt.

Auch die Besucherinnen und Besucher des Weil der Städter Weihnachtsmarkts am 6. und 7. Dezember müssen keine eigenen Trinkbecher mitbringen. „Wir stellen den Beschickern seitens der Stadt eigens angefertigte Weihnachtsmarkttassen leihweise zur Verfügung“, informiert Markus Wagner von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung/Stadtmarketing und Tourismus. „Diese werden in einem rotierenden System aus- und zurückgegeben.“ Dieses Vorgehen habe sich in den vergangenen Jahren etabliert, weshalb man weiterhin darauf setze.

In Weil der Stadt gibt’s an einem Drittel der Stände Glühwein

„Nichtsdestotrotz halten wir stets Augen und Ohren offen und prüfen in der Planung andere Konzepte – wie auch das Mitbringen eigener Tassen“, so Wagner. In diesem Jahr verkaufe etwa ein Drittel der rund 70 Stände Glühwein.

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