Göppingen Am Kornhausplatz könnte es Stolperfallen geben

Die Wasserspiele sind an, die bunten Sitzmöbel stehen für Passanten bereit. Foto: StZ, privat
Die Wasserspiele sind an, die bunten Sitzmöbel stehen für Passanten bereit. Foto: StZ, privat

Eine Gutachterin weist Fehler in der Pflasterung des neuen Platzes nach. Im Rathaus bleibt man gelassen.

Regionales: Karen Schnebeck (ks)
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Göppingen - Wenn im Rathaus über den Kornhausplatz debattiert wird, dann wird dieses Beispiel früher oder später garantiert zitiert: Der Schlossplatz war jahrzehntelang als Platz kaum wahrnehmbar. Doch seit die Stadt ihn vor rund drei Jahren umgestaltet hat, ist er zu einem der beliebtesten Treffpunkte der Bürger geworden. Eine ähnliche Karriere schwebt den Stadträten und den Planern im Rathaus für den Kornhausplatz vor, dessen Umbau fast fertig ist. Davor gilt es allerdings noch, einige Probleme zu lösen.

„Wir hatten den Eindruck, dass das neue Pflaster irgendwie uneben wirkt“, berichtet der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christoph Weber. Um ganz sicher zu gehen, hat die Fraktion eine Gutachterin beauftragt, das Pflaster unter die Lupe zu nehmen. In einem Kurzgutachten schreibt die Ingenieurin Christine Andres aus Dettingen/Teck im Kreis Esslingen nun: „Die Belagfläche des Kornhausplatzes entspricht hinsichtlich der Fugenausbildung, der Schnittkanten und der Höhenanschlüsse nicht den anerkannten Regeln der Technik.“

Bei Belastung könnte sich der Belag verschieben

Die Gutachterin bemängelt, dass die Fugenbreite zwischen den Pflastersteinen mit bis zu zwei Zentimetern weit über den vorgeschriebenen fünf bis acht Millimetern liege. Das sieht nicht nur unschön aus, es kann Andres zufolge auch dazu führen, dass sich das Pflaster bei Belastungen verschiebt und Stolperfallen entstehen – und im Gegensatz zum Schlossplatz fährt der Citybus regelmäßig über den Kornhausplatz. Hinzu kommt, dass der Höhenversatz an den Schachtdeckeln laut der Gutachterin mit bis zu 13 Millimetern zu groß ist. Zulässig seien fünf Millimeter. Auch der Versatz zwischen den einzelnen Steinen sei stellenweise zu hoch. Alarmierend daran finden die Grünen Weber zufolge, dass die Baufirma, die das Pflaster verlegt hat, auch den Zuschlag für die anstehenden Pflasterarbeiten am Bahnhofsplatz bekommen hat.

Die Stadt sieht die Sache gelassen. „Die Schlussabnahme beim Kornhausplatz ist noch nicht erfolgt“, berichtet der Rathaussprecher Dekan Birk-Mrkaja. „Wenn es soweit ist, werden etwaige Mängel in einem Protokoll festgehalten und von der ausführenden Firma beseitigt.“ Wann die Schlussabnahme erfolgen soll und wie umfangreich die Nachbesserungen ausfallen werden, sagt Birk-Mrkaja allerdings nicht. Ursprünglich sollte der Platz im vergangenen November seiner Bestimmung übergeben werden. Inzwischen ist das auf unbestimmte Zeit verschoben.

Architekturbüro soll Vorschläge für grüne Wand erarbeiten

Stattdessen hat die Stadt nun ohne Fest bunte Sitzmöbel zwischen Bücherei und Rock-Café aufstellen und die Wasserspiele anstellen lassen. Ob das vielleicht wichtigste Element zur Verschönerung des Platzes jemals kommt, steht hingegen in den Sternen. Bekanntlich hatte der Gemeinderat in einer Grundsatzentscheidung dafür gestimmt, die graue Parkhausfassade hinter einer grünen Wand aus Pflanzen verschwinden zu lassen. Doch nach Debatten über die Kosten und die Frage, ob sich die Parkhausgesellschaft daran beteiligen würde, ist es still um das Projekt geworden.

Auf Nachfrage berichtet Birk-Mrkaja, dass „die Stadt weiterhin an der grünen Wand“ festhalte. Sie habe das Architekturbüro, das den Platz geplant habe, beauftragt, Vorschläge für eine Realisierung zu erarbeiten. Auch der viel diskutierte Glasaufzug am Parkhaus solle enthalten sein. „Prinzipiell sind wir der Meinung, dass eine weitere Begrünung dem Kornhausplatz sehr gut tut“, sagt der Stadtsprecher.

Zukunft für den blauen Platz?

Unbeliebt:
Es ist wohl der meist geschmähte Platz in der Geschichte Göppingens, der so genannte blaue Platz am östlichen Stadteingang zwischen Lidl, Sport Flöss und Poststraße. Jetzt ist bekannt geworden, dass der Eigentümer, die Firma Lidl, mit dem Gedanken spielt, der tristen Asphaltfläche Leben einzuhauchen. Ein Baugesuch liege aber noch nicht vor, berichtete der Baubürgermeister Helmut Renftle jüngst im Ausschuss für Umwelt und Technik.

Plan:
Renftle zufolge spielt die Firma Lidl mit dem Gedanken, ihre acht Meter hohe Betonrückwand zu dem Platz hin zu öffnen und ein Café sowie Ladengeschäfte auf dem Platz zu bauen. Zudem seien Stellplätze und eine Zufahrt im Gespräch. Der Platz in seiner jetzigen Form wurde vor elf Jahren gebaut. Geprägt ist er von den acht Meter hohen und bis zu 75 Meter langen Rückwänden von Lidl und Sport Flöss sowie blau leuchtenden Lichtstelen, die ihm seinen Namen gaben.




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