Göppingen: Ausbaupläne Projekt Märklin-Museum nimmt Fahrt auf

Von  

Wenn alles so läuft wie geplant, könnte Ende 2018 das komplett neue Märklin-Museum an der Stuttgarter Straße eröffnen. Das alte war nicht gerade ein Publikumsmagnet.

Ein neues Museum soll alte Märklin-Loks standesgemäß präsentieren. Foto: dpa
Ein neues Museum soll alte Märklin-Loks standesgemäß präsentieren. Foto: dpa

Göppingen - Die Ecke Reusch-/Stuttgarter Straße in Göppingen soll in den kommenden Jahren ihr Gesicht komplett verändern und den westlichen Stadteingang aufwerten. Wie, das hat jüngst der Märklin-Geschäftsführer Florian Sieber im Gemeinderat erklärt. Die Firma investiert dort rund elf Millionen Euro, um aus dem ehemaligen Dialysezentrum und dem direkt angrenzenden Bau 07 von Märklin ein modernes Museum zu schaffen. Wenn alles klappe, so Siebert, könne das Museum bereits Ende 2018 eingeweiht werden. Das alte Museum wird dann geschlossen.

Das Unternehmen spricht sich zurzeit mit der Stadt ab

Der Umbau der beiden Gebäude soll in zwei Abschnitten erfolgen, wie der Architekt Thomas Frauen vom Schwabacher Büro Kehrbach berichtete. Bis Mitte 2017 soll aus dem ehemaligen Dialysezentrum der Empfangsbereich des neuen Museums geschaffen werden. Dort sollen Läden mit Märklinprodukten, ein großzügiger Empfangsbereich, ein Bistro mit Außenbewirtung und eine große Halle entstehen. Die Halle soll das Gebäude mit dem Märklinbau 07 verbinden, in dem sich das eigentliche Museum befinden wird. Dieses soll im zweiten Schritt fertiggestellt werden.

Beide Gebäudeteile werden verbunden und bekommen eine gemeinsame Fassade. Wie diese im Einzelnen aussehen wird, ist noch nicht sicher. „Wir sind noch in Gesprächen mit der Stadt“, berichtete Frauen. Man wolle deren Wünsche und Vorschläge in das Konzept aufnehmen. Dann folge das Genehmigungsverfahren.

Interaktive Ausstellungsstücke und gläserne Manufaktur

Bisher sieht die Planung vor, die Fassade mit metallischen Elementen auszustatten, die auf die Tradition von Märklin als metallverarbeitender Betrieb verweisen. Siebert sprach von einem „modernen Ambiente für alte Exponate“. Ein Schaufenster soll den Blick von der Stuttgarter Straße auf den Laden­ lenken und Besucher anlocken. Im Gegensatz zu den alten Werkshallen entlang der Stuttgarter Straße steht der Bau 07, der sich rechts vom Haupteingang befindet, nicht unter Denkmalschutz. Er wurde erst in den 70er Jahren gebaut und den älteren Teilen des Werks nachempfunden.

Das Museum selbst soll zunächst drei Stockwerke des fünfstöckigen Gebäudes einnehmen. Bei Bedarf könne es um ein bis zwei Etagen erweitert werden. Siebert zufolge soll das Museum nicht nur Exponate zeigen, sondern als interaktive Erlebniswelt für alle Altersklassen gestaltet werden. Dazu hätten sich die Planer mit zahlreichen anderen Museen, etwa dem Steiff-Museum besprochen. Angedacht seien beispielsweise interaktive Ausstellungsstücke für Kinder und Erwachsene mit Videos und Hologrammen. Ein Höhepunkt soll eine gläserne Manufaktur werden, in der die Besucher bei der Endmontage der Eisenbahnen zuschauen können. Die konkrete Planung werde ein Innenarchitekt übernehmen. Bisher habe man bereits viele Ideen, aber noch wenig konkretes.

Der Baubürgermeister Helmut Renftle bezeichnete das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt für die Stadt“. Die Pläne fanden quer durch alle Gemeinderatsfraktionen große Zustimmung. Christian Stähle (Lipi) regte noch an, die Stadtverwaltung solle darüber nachdenken, ob man nicht passenderweise auf dem gegenüberliegenden Böhringer-Areal ein Technik-Museum auf die Beine stellen könnte. Ein Verein, der alte Böhringer-Maschinen gesammelt hat, ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Ausstellungsgelände.